Wie und warum Du jetzt mit Audio-Content durchstarten solltest

Junge schreit in altes Mikrofon Zum Mikro greifen und mit Audio-Content durchstarten.

Zum Mikro greifen und mit Audio-Content durchstarten.

Video, Bild und Text sind heute die Medien, um Kunden im Web zu gewinnen. Kein Wunder: Mit YouTube, Instagram und Blogs findest Du 3 mächtige Kanäle, um genau diesen Content vor einem Millionenpublikum auszuspielen. Audio ist dabei bisher der stille Außenseiter. Wir sagen: Audio-Content ist unterschätzt! Daher zeigen wir Dir, wie und warum Du jetzt Dein Mikro in die Hand nehmen solltest, um Kunden zu begeistern.

Warum Audio-Content Potenzial hat

Wirkungsvoller Content muss nicht immer kompliziert sein. Einfache Lösungen werden vom User häufig als authentischer wahrgenommen, als aufwendig erstellte Inhalte, wie beispielsweise ein Hochglanzvideo. Audio-Content hat hier vor allem drei große Vorteile:

  1. Audio ist low maintenance
  2. Audio ist einfach zu konsumieren
  3. Audio bleibt hängen

Eine schnell erstellte Aufnahme ist darüber hinaus voll am Puls der Zeit. Handyvideos kursieren millionenfach im Netz und erreichen Klickraten, von denen viele nur träumen können. Tonaufnahmen können ebenso leicht erstellt werden wie Handyvideos und erzielen mittlerweile ähnlich herausragende Ergebnisse.

1. Audio ist low maintenance!

Filter, Schnitt, Farben und Komposition – Bilder und vor allem Videos sind Medien, die viel Zeit und Aufwand in Anspruch nehmen können. Ein kostspieliges Shooting oder ein zeitintensiver Dreh sind aber nicht für alle Marketers eine Option, wenn das Budget knapp ist. Audio ist daher eine gute und einfache Alternative. Mit wenig Hardware produziert, vielleicht sogar mit Deinem Smartphone aufgenommen, kannst Du vokalen Content ins Web spielen, der sich angenehm vom Einheitsbrei abhebt und so User aufmerksam die Augenbrauen heben lässt.  

2. Audio ist einfach zu konsumieren!

Für das Audio-Format werden neben Dir auch die User dankbar sein. Denn: Selbst von unterwegs mit schwacher Internetverbindung können Nutzer Deinen Worten folgen. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn sie vielleicht gar nicht die Möglichkeit haben, Text, Bild oder Video zu konsumieren. Beim Autofahren, zu Fuß, auf dem Laufband oder in einem vollen Bus – für mobile User ist Audio-Content die einfachste Variante, um Inhalte wahrzunehmen. Damit kann die Zielgruppe Deine Stimme jederzeit auf dem Ohr haben.

3. Audio bleibt hängen!

Stimmen im Kopf haben einen mächtigen Einfluss auf Dich – in diesem Fall hoffentlich im positiven Sinn. Ob User nun bewusst Deinen Lehren lauschen oder sich nebenbei anderen Dingen widmen – Wörter und Message verankern sich bei einer Übermittlung über die Ohren besonders stark im Kopf. Und: Die Ohren sind das Sinnesorgan, mit dem Du Dich am schnellsten an bestimmte Umstände anpassen kannst. Versuch mal TV zu gucken, während Du Dir Deine Ohren zuhältst. Du kannst zwar das Bild weiter sehen, hast aber keine Ahnung, worum es geht. Wenn Du jetzt aber Deine Augen schließt und dem Fernseher lauschst, verstehst Du den größten Teil der Inhalte.

Die Wissenschaft hat dieses Phänomen bereits in zahlreichen Studien untersucht und daraus gelernt: Zuhören löst eine umfassende Aktivität im ganzen Gehirn aus. Diese Aktivität verbindet die auditiven Reize besonders stark mit der Erinnerung. Alles, was Du Deinen Usern also über die Ohren in ihren Kopf flüsterst, kommt da so schnell nicht wieder raus.

Audio-Content klingt jetzt nach einer interessanten Alternative für Dich? Gut, dann zeigen wir Dir 3 Wege, wie Du Audio zum Einsatz bringen kannst, um Kunden zu gewinnen:

Guter Audio-Content lässt User zum Kopfhörer greifen.
Kopfhörer liegen auf einer Tastatur.

Wie Du Audio-Content zum Einsatz bringen kannst

1. Podcasts

Content-Abwechslung, mehr Traffic und bessere Search Rankings – die Wirkung von Podcasts ist im B2C längst kein Geheimnis mehr. Im B2B trauen sich viele jedoch noch nicht so recht: Nur 23 Prozent der (amerikanischen) B2B-Marketers bringen Podcasts in ihrer Content-Marketing-Strategie unter (contentmarketinginstitute.com/wp-content/uploads/2015/09/2016_B2B_Report_Final.pdf). Das kann nur einen Grund haben: Die restlichen 77 Prozent haben noch nie einen Blick auf die Hörerschaft von Podcasts geworfen. Seit 2006 ist die Zahl der Zuhörer um 25 Prozent gestiegen.

Dass es sich dabei nicht nur um B2C-Podcasts handelt, zeigt ein Blick über den (deutschen) Tellerrand. Hol Dir Inspiration bei erfolgreichen Podcasts wie von Duct Tape Marketing oder Hubspot („The Growth Show“).

Bestehenden Content aufbereiten

Solltest Du jetzt nicht gleich vor Ideen sprühen, fang ganz simpel an. Nimm bereits existierenden Content (z.B. von Deinem Blog) und bereite ihn für einen Podcast auf. Wie Du das machst, liegt ganz bei Dir. Du kannst die volle Länge des Blogposts übernehmen, ihn auf die Hauptaussagen herunterkürzen, Einleitungen davor einsprechen, mit Musik hinterlegen oder mit Sound Effects schick machen. Es gibt hier kein richtig oder falsch, sondern nur kreativ. Orientier Dich an Deiner Zielgruppe und Deiner Message und Du stellst schnell Deinen ersten Podcast auf die Beine.

Erzähle Deine Geschichte

Hast Du etwas Übung, kannst Du Dich an weitere Möglichkeiten trauen: Nutze Podcasts, um die Geschichte Deines Unternehmens zu erzählen, interviewe Experten aus Deiner Branche und bring gehaltvolle Minuten über gefragte Themen. Damit Du regelmäßig tolle Episoden auf die Ohren Deiner User legst, zieh das Ganze auf wie bei einem Blog. Stell einen Redaktionsplan auf, der Thema, Sprecher, Veröffentlichungsdatum und Verbreitungskanäle (für Anfänger: Soundcloud!) bestimmt und starte dann durch.

Ebenfalls praktisch: Du kannst mit Podcasts zwei Content-Fliegen mit einer Klappe schlagen. Nimmst Du einen Podcast auf, film Dich, Deinen Interview-Partner und/oder Deine Crew dabei. So kannst Du sowohl den Podcast als auch das Video als Content nutzen. Radiostationen nutzen dieses Doppeln immer öfter, um guten, mehrkanaligen Content zu erzeugen.

2. Audiograms

Audiograms sind derzeit im Web besonders beliebt, um Audio-Content auszuspielen. Hierbei handelt es sich um Snippets von Audio, die ein Standbild überlagern. Das kannst Du Dir nicht vorstellen? So sieht beispielsweise ein Audiogram aus:

Year In Review – Bertie – So sieht beispielsweise ein Audiogram aus

Das Praktische an Audiograms: Ihr Format ist perfekt für Social-Media-Kanäle wie Instagram. Das heißt für Dich: Du produzierst Audio-Schnipsel, die kurz und knackig und damit besonders shareable sind. Wichtig dabei ist, dass Du die User nicht kommentarlos mit Deinen Snippets überfällst. Gib ihnen einen Kontext in Form von etwas Text, der sie neugierig macht. Auf diese Weise stellst Du sicher, dass die Nutzer nicht mit einem großen Fragezeichen in Deine Audiograms reinklicken. Du kannst natürlich auch längere Audiograms erstellen, vielleicht eignen sich dafür klassische Podcasts aber besser.

3. Facebook Live Audio

Im letzten Jahr offiziell angekündigt, soll Facebook Live Audio in diesem Jahr groß ausgerollt werden. Und da das Feature für alle neu ist, hast Du die Chance, User von Anfang an mit innovativem Live Audio Content zu überzeugen und Dich damit direkt in ihren Köpfen festzusetzen. Dass Dir Facebook dazu schlappe 1,8 Milliarden Ohrenpaare zur Verfügung stellt, betont das enorme Potenzial des neuen Kanals. Sollte Facebook dann den Audio-Content in den User-Feeds auch noch besonders hervorheben (so wie bei Video geschehen), steigen Deine Chancen positiv aufzufallen.

Wie soll der neue Medien-Kanal im Zuckerberg-Netzwerk funktionieren? Du kannst über die Plattform Audiosignale live streamen. User können diese dann direkt über die Timeline anhören und in Real Time kommentieren, Fragen stellen und natürlich sharen. Das bringt Dir Aufmerksamkeit und potenzielle Kunden. Gleichzeitig müssen User im Gegensatz zu Video nicht auf dem Stream bleiben, sondern können nebenbei weitersurfen. In Zeiten kurzer Aufmerksamkeitsspannen ein klarer Vorteil von Audio. Damit könnte Facebook Live Audio eine niedrigere Abbruchrate als Video haben.

Trau Dich – Aber vergiss den Rest nicht

Wer nicht wagt gewinnt. Also trau Dich und stelle Deinen Audio-Content einfach mal online. Dann siehst Du, wie die Inhalte angenommen werden. Vergessen werden darf aber auch der klassische Content nicht. Denn nur der Mix machts – und Text-Content ist nicht nur zeitlos, sondern kann Deine Message immer noch am besten transportieren.

Felix Maier studiert in Nürnberg Technikjournalismus/ Technik-PR und hat in Onlineredaktionen der Hochschule in Print, Ton und Bewegbild schon Erfahrungen gesammelt.
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