Wie Du einen Content Audit richtig durchführst

Das Wort Evaluation auf weißem Grund schwarz umrandet gerade sowie blau in Kreisform dargestellt. Wie Du einen Content Audit richtig durchführst.

Wie Du einen Content Audit richtig durchführst.

Blogposts, Webseitentext, Verkaufsbroschüren und Social-Media-Inhalte: Deine Webseite platzt vor Content, den Du über die Jahre kreiert hast. Dein Problem: Du hast so langsam den Überblick verloren, welcher Content auf Deiner Seite existiert und welche Inhalte für Dich wirklich funktionieren. Um hier wieder den Durchblick zu bekommen, kannst Du einen Content Audit durchführen.

Was ist ein Content Audit überhaupt?

Ein Content Audit ist eine systematische Herangehensweise, die Inhalte Deiner Webseite zu erfassen, einzuordnen und zu bewerten. Hast Du Dir so einmal eine Übersicht verschafft, kannst Du bestehende sowie neue Inhalte besser auf Deine Zielgruppe und auf Deine Unternehmensziele ausrichten. Wir zeigen Dir daher heute, wie Du einen Content Audit richtig vornimmst. Das geschieht in fünf Schritten.

Schritt 1: Identifiziere Dein Ziel!

Bevor Du loslegst, mach Dir erst einmal klar, was Du mit Deinem Content Audit erreichen willst. Nimm Dir dafür Deine Unternehmenswerte und Dein Businessmodell vor, um einen klaren Blick für Deinen Audit zu bekommen. Schreibe dann die Ziele auf, die Du mit der umfangreichen Überprüfung erreichen willst. Du könntest mit einem Content Audit zum Beispiel anstreben,

  • neue Leads zu generieren,
  • das Markenimage zu verbessern,
  • die Conversion Rate Deiner Inhalte zu erhöhen,
  • den Ton in Deinem Content zu vereinheitlichen,
  • Deinen Content auf ein Qualitätslevel zu bringen,
  • überflüssigen oder veralteten Content zu löschen,
  • Deinen Content für den Umzug in ein neues CMS zu organisieren,
  • die SEO-Fähigkeiten Deines Contents zu bestimmen.

Hast Du Dein Ziel erst einmal vor Augen, werden die folgenden Schritte deutlich einfacher.

Ein Rundumschlag oder doch nur eine partielle Überprüfung? Leg den Umfang Deines Content Audits fest!
Ein Zirkel zieht einen Kreis auf ein Blatt Papier, in der Mitte liegen drei farbige Büroklammern.

Schritt 2: Lege den Umfang des Content Audits fest!

Das Ziel für Dein Content Audit steht, jetzt musst Du den Umfang der Untersuchung bestimmen. Willst Du jeden einzelnen bestehenden Inhalt erfassen? Oder willst Du nur einen Teil Deines Contents überprüfen? Je nachdem, welches Ziel Du mit Deinem Audit verfolgst, variiert der Umfang der Untersuchung.

Umfassender Content Audit

Ein umfassender Content Audit macht es Dir „einfach“. Du musst nicht erst festlegen, welche Inhalte Du untersuchen willst und welche nicht. Stell lediglich sicher, dass Du wirklich alle Inhalte in Deine Untersuchung miteinbeziehst. Neben Webseiteninhalten gehören dazu auch Inhalte anderer Kanäle. Vergiss also nicht, Social-Media-Posts, Sales-Materialien, Call-Center-Skripte und Trainingsunterlagen in Deinen Audit einzubinden. Hast Du alles beisammen, erhältst Du eine umfassende Sicht auf die Dinge. Du kannst dann mit Leichtigkeit bestimmen, wo Du ansetzen musst, um Deine Ziele des Audits zu erreichen. Ein umfassender Content Audit ist selbst dann sinnvoll, wenn Du alle Inhalte selbst erstellt hast. Über die Jahre hast Du schlichtweg den Überblick verloren, welcher Content wie gut wofür ist. Nimm Dir also die Zeit, jeden einzelnen Beitrag zu überprüfen und so wieder voll im Bilde zu sein.

Partieller Content Audit

Manchmal reicht Dir jedoch auch ein partieller Content Audit. Wenn Du beispielsweise genau weißt, dass Du die Funktionalität Deines Blogs überprüfen willst, nimmst Du Dir lediglich Deine Blogposts vor. Achte hierbei jedoch darauf, dass Du Dich inhaltlich nicht zu sehr beschränkst. Oftmals hängen einzelne Teilbereiche miteinander zusammen, sodass Du Deine Ziele besser erreichst, wenn Du mehr Content unter die Lupe nimmst. Die genannten Blogbeiträge hängen beispielsweise eng mit Deinem Webseiten-Content und den Social-Media-Posts zusammen. Es kann also sinnvoll sein, Dir mehr Inhalte vorzunehmen, um ein umfassenderes und damit aussagekräftigeres Bild zu erhalten.

Schritt 3: Lege Kategorien für Deinen Content Audit an!

Du weißt jetzt, welchen Content Du einem Audit unterziehen willst. Du hast das Ziel Deines Audits vor Augen. Damit Du nun gut organisiert mit Deinem Audit starten kannst, musst Du Kategorien festlegen, über die Du Deine Inhalte einteilst. Das können beispielsweise die folgenden sein:

  • URL
  • Headline und inhaltliche Zusammenfassung
  • Content-Art (Blogbeitrag, Produkttext etc.)
  • Eventuelle Medien-Dateien (Bilder, Videos, PDFs etc.)
  • Social-Sharing-Buttons des jeweiligen Contents
  • Navigationsweg bis zum Content
  • Eingehende und ausgehende Links
  • Keywords und Meta Tags
  • Datum des letzten Updates
  • Content-Ersteller
  • Dateigrößen von verfügbaren Media-Dateien (bspw. „PDF-Datei, 200 KB“)
  • Descriptions bzw. Snippets

Gestalte die Kategorien so, dass sie Dir helfen, stets den Überblick über Deinen Audit zu behalten und später eine geeignete Wertung vorzunehmen.

Schritt 4: Führe einen quantitativen Content Audit durch!

Jetzt kannst Du loslegen und den Content in Deinen angelegten Kategorien erfassen. Dieser Prozess nennt sich quantitativer Content Audit. Diesen kannst Du automatisch vornehmen, indem Du auf Tools wie SiteOrbiter, CAT (Content Analysis Tool), Trim oder Screaming Frog zurückgreifst oder Dein CMS den Content exportieren lässt. Das kann jedoch in die Hose gehen. Nicht immer erzeugen automatische Erfassungen das Ergebnis, das Du Dir vorstellst.

Ist Deine Seite klein genug, kannst Du Deine Spalten auch manuell ausfüllen. Das hat zwei entscheidende Vorteile: Zum einen füllst Du Deine Kategorien genau so, wie Du es haben willst, und zum anderen siehst Du direkt beim Eintragen, welche Inhalte vorhanden sind. Das gibt Dir bereits während der Erfassung der Inhalte einen Überblick über Deine Baustellen.

Geh jeden einzelnen Inhalt durch und bewerte ihn.
Ein pinkfarbener Marker setzt Häkchen auf einem Formular.

Schritt 5: Führe einen qualitativen Content Audit durch!

Abschließend steht der qualitative Content Audit an. Bewerte Deine erfassten Inhalte so, dass Du genau weißt, wie Du mit ihnen verfahren musst, um Deine in Schritt 1 genannten Ziele zu erfüllen. Formuliere Deine Einschätzung der Inhalte dabei so genau wie möglich. Auf diese Weise weißt Du, ob diese überarbeitet, neu geschrieben oder gelöscht werden sollen. Kreiere dazu am besten eine eigene Rating-Scala, die Dir so viel Spielraum gibt, dass Du stets weißt, wie gut der jeweilige Content Deine Unternehmensziele erfüllt.

Übertreibe es dabei nicht mit dem Löschen von Content. Denn: Auch wenn der Content wenige Klicks erhält, heißt das noch lange nicht, dass er Deiner Seite nichts bringt. Vielleicht ist der Content einfach nur zu versteckt auf Deiner Seite? Vielleicht ist er für User weniger interessant, bringt Dir aber wichtige SEO-Punkte ein? Nur wenn sich Inhalte als überflüssig oder schlichtweg falsch erweisen, kannst Du über ein Löschen nachdenken – oder eben den Inhalt gründlich überarbeiten.

Nach dem Content Audit

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Das gilt auch für einen Content Audit. Du bist jetzt alle Inhalte durchgegangen und stehst nun vor einem weiteren Berg von Arbeit. Denn: Du hast alle Schwächen Deines Contents aufgedeckt und weißt, wie Du diese ausmerzen kannst. Gleichzeitig hast Du auch eine Vorstellung, wie viel Zeit und Geld Dich diese Überarbeitung kosten wird. Jetzt liegt es an Dir, einen Plan zu erstellen, der sich die vorhandenen Lücken vornimmt und diese so schließt, dass Dein Content in seiner Gänze die von Dir gesteckten Ziele erfüllt.

Matthias P. Frank verfügt dank seines Studiums der englischen und deutschen Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften über extensive Erfahrung mit Text und Translation gleichermaßen. Seit 2015 unterstützt er das contify-Team als Junior Key Account Manager in beiden Sprachen. Neben dem Projektmanagement textet er auch regelmäßig selbst und verleiht sogar reinen SEO-Texten noch einen gewissen literarischen Touch.
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