Recap zum SEO-DAY 2016 – „SEO ist kein Ponyhof“

SEO-DAY 16 Recap zum SEO-DAY 2016
Recap zum SEO-DAY 2016

Zum sechsten Mal lud Fabian Rossbacher zum SEO-DAY nach Köln: Am 26. und 27. Oktober folgten viele Experten aber auch SEO-Einsteiger seinem Ruf – über 800 Teilnehmer und knapp 40 Speaker gaben sich die Ehre. Um die vielen Interessierten in genügend Hotelzimmer betten zu können, wurde der SEO-DAY im Rahmen der Orgatec veranstaltet und die Location vom RheinEnergie-Stadion in die Koelnmesse verlegt. So durften Fabian, Julia und Anastasia vom Hotelkontingent der Leitmesse für „Office und Object“ schöpfen. Die deutlich größeren Räumlichkeiten stellten das Orga-Team vor ganz neue Herausforderungen, weshalb am Ende der Konferenz die Schuhsohlen qualmten und das Koffein-Level ungeahnte Höhen erreichte. Auch der SEO-Day ist eben kein Ponyhof. Das Contify-Team war wieder für spannende Eindrücke, brisante Interviews und das ein oder andere Kölsch vor Ort.

Der erste Tag – Fußball und Bier

Bereits am 26.10. begann die Konferenz mit dem ExpertDAY. Hier tauschen sich die Profis der Zunft – darunter natürlich auch einige Speaker – aus und wärmen die „Motoren“ bereits für den nächsten Tag vor. Für das Contify-Team sah der Timetable nach der Anreise und dem Einrichten der Interviewecke jedoch etwas anderes vor: Das legendäre SEO-DAY Kickerturnier.

Die Interviewecke im Einsatz.
SEO-Day 2016 - Interview Oderwald

Unter dem griffigen Mannschaftsnamen „EinfachmaldiePressehalten“ schickten sich Maze und Max an, in den Räumlichkeiten von Startplatz.de im Mediapark Köln Ruhm und Ehre für Würzburg einzuheimsen. Ganze 35 Teams hatten allerdings etwas dagegen. An acht eigens aufgestellten Tischen wurde das Turnier unter der Regie der Jungs von MeinKicker ausgefochten. Am Ende war für EinfachmaldiePressehalten zwar im Viertelfinale Schluss, im Vergleich zum letzten Jahr wurde sich jedoch bereits um eine Stufe verbessert. Und auch dieses Mal kann man sich auf die Fahnen schreiben, am späteren Turniersieger gescheitert zu sein. Dieser war das Team „#okwennseinmuss“. Offenbar haben die Jungs den ganzen Tag nichts anderes zu tun, als einen kleinen weißen Ball über einen Tisch zu jagen und sich immer neue Spielzüge auszudenken. Herzlichen Glückwunsch zum Turniersieg daher auch an dieser Stelle.

Neben Tischfußball war jedoch auch anderes geboten. Kölsch vom Fass lockerte die Zungen und die zahlreichen Gäste gaben sich dem Networken hin. Viel zu spät, um wirklich fit für den nächsten Tag zu sein, wurde die Party schließlich verlassen.

Verkehrschaos und Krankheiten – Speaker als rares Gut

In drei Räumen fanden am Donnerstag, den 27. Oktober, die Vorträge in den Kategorien SEOShop, SEOClassic und SEOFürProgrammierer statt. 36 Speaker hatten sich angekündigt, um ab 9 Uhr über Content, Linkbuilding, Pagespeed und vieles mehr zu sprechen. Anke Probst und Marcel Kollmar mussten allerdings krankheitsbedingt kurzfristig absagen und auch der Beginn im SEOShop-Segment verzögerte sich um eine gute halbe Stunde.

Grund hierfür war die Kombination aus Flugbegleiter-Streik und Verkehrschaos, das auf einen Unfall zurückzuführen ist. Die vorgesehen Reihenfolge der Vorträge konnte daher nicht ganz eingehalten werden.

Nette Damen verteilten die Pässe bei der Anmeldung.
SEO-DAY 2016 - Anmeldung

Aus diesem Grund war es leider nicht möglich, den fest von uns eingeplanten Vortrag von Maik Metzen und Lars Osthoff von Performics zum Thema „Mit Content an die Spitze!“ zu besuchen. Wir müssen also weiterhin auf die altbewährte Art – mit Schweiß, Ellenbogenschmalz und kreativen Ideen – versuchen, die Content-Weltherrschaft an uns zu reißen. Wem dennoch eine Abkürzung bekannt ist, meldet sich bitte unter kontakt@contify.de.

11 heiße SEO-Tipps – Felix Beilharz

Social Media Experte Felix Beilharz versprach elf heiße Tipps, die jeder SEO kennen sollte. Im prall gefüllten SEOClassic-Raum war Felix hervorragend aufgehoben. Denn hier versuchten die Speaker den gesamten Tag über, sich im Schnellsprechen zu übertreffen. Dementsprechend rasant auch hier die elf Tipps:

  1. Unicode nutzen
  2. Polarisieren über Links
  3. Facebook-Posts und Kommentare suchen
  4. Content-Recycling
  5. Content-Erweiterung
  6. Links in Snippets einbauen
  7. Video-Snippets erstellen
  8. Besuch von Unternehmen identifizieren
  9. Wikipedia-Links generieren
  10. Userverhalten via Facebook beeinflussen
  11. Tools nutzen

Unicode ist äußerst nützlich, um beispielsweise Snippets zu verschönern. Google erkennt den Code und zeigt die gewünschten Formen an. Denn Meta Descriptions sind nicht in erster Linie für gute Rankings zuständig, sie sollen vor allem den User zum Klicken anregen. Optische Anreize wie Häkchen, Pfeile, Figuren oder was Unicode sonst noch hergibt, lockern den kurzen Text auf und machen ihn so attraktiver.

Aufmerksamkeit bringt Klicks. Diese können nicht nur mit gefälligem Content generiert werden, sondern vor allem auch mit provokanten, polarisierenden Themen. Nichts regt eine Diskussion mehr an, als kontroverse Ansichten. Der passende Link oder die eigens verfasste Behauptung zur rechten Zeit kann wahre Wunder wirken.

Content-Recycling und -Erweiterung ist eine gute Methode, um die Saure-Gurken-Zeit zu überwinden, die jeden einmal befällt. Alter Content neu aufbereitet, ist durchaus in der Lage, Rankings aufzupolieren. Hier sollten auch die Metas nicht vernachlässigt werden. Links und Videos werden von Google in der Meta Description angezeigt und sind ein hervorragender Weg, um bereits hier Schwerpunkte zu setzen. Zu diesem Zweck lohnt es sich auch, ein eigenes Video-Snippet zu erstellen, das Logo, URL oder andere wichtige Infos beinhaltet. Denn selbst wenn der User nicht auf das Video klickt, wird dieses Snippet in der Vorschau angezeigt.

Wer gerade ein offenes Angebot oder einen Pitch laufen hat, den interessiert es vielleicht, ob das fragliche Unternehmen auch seine Seite besucht hat. Mit WiredMinds wird genau diese Information angezeigt.

Viele Quellen der Online-Enzyklopädie Wikipedia sind bereits veraltet und wurden daher gelöscht. Diese toten Links gilt es natürlich zu ersetzen. Wer also zufälligerweise auf seiner Seite ein Thema behandelt, das zu einem Artikel mit totem Link passt, tut der Welt etwas Gutes, wenn er die Leser an seinem Wissen teilhaben lässt und den Link entsprechend austauscht. Mit einer einfachen Google-Abfrage werden die toten Links schnell angezeigt.

Die Auswertung des Userverhaltens auf sozialen Kanälen sowie die Nutzung von Tools, wie beispielsweise W-Fragen, rundeten die 11 heißen SEO-Tipps von Felix ab. Gerade rechtzeitig, denn auch im Coder-Raum ging es hoch her.

Startups in „Die Höhle der Löwen“ – Dennis Oderwald

SEO für Programmierer wurde von den Organisatoren versprochen. Und so sollte es auch kommen. Mit einer über den gesamten Tag hinweg bemerkenswerten Pünktlichkeit – wir nehmen an, hierfür wurde am ExpertDay eigens eine Zeitmanagement-App programmiert – hielten die Coder ihre Vorträge vor mal mehr, mal weniger Publikum.

Die erfolgreiche Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ diente Dennis Oderwald von Yay! Digital als Grundlage seiner Ausführungen und somit gleichzeitig als Zugpferd. Ungefähr 50 Interessierte lauschten den Tipps und Tricks, die Dennis mit seiner Agentur anwendet, um die Kandidaten der Show zu unterstützen.

Dennis Oderwald präsentiert spannende Lösungen für Traffic-Spitzen.
SEO-DAY 2016 - Dennis Oderwald

Denn selbst bei einem nicht zustande gekommenen Deal sind die Zugriffszahlen auf die Seiten der Startups insbesondere während der Ausstrahlung enorm. Und auch die Angriffe wachsen mit der kurzzeitigen Popularität ins Bodenlose. Sicherheit ist daher neben ausreichender Last- und Speedkapazitäten der wichtigste Faktor. Mit einem ausgeklügelten System, das aus Analyse, Optimierung, Testing und der Live-Betreuung besteht, schaffen es die Jungs von Yay! Digital dann auch, beste Ergebnisse zu erzielen. Beispielhaft seien hier genannt:

✔ 100% Erreichbarkeit
✔ Circa 56.000 gleichzeitige Besucher
✔ Spontane Ranking-Veränderung

Als heißer Tipp sei schlussendlich noch der Hinweis für alle Startups genannt, die mit dem Gedanken spielen, bei der Show mitzumachen:

Deaktiviert vor der Ausstrahlung unbedingt Eure Adwords-Kampagnen, um Euch nicht selbst ins Armenhaus zu befördern.

Versteh den Online-Journalisten – Prof. Dr. Hektor Haarkötter (HMKW Köln)

Untertitel dieses Vortrags des in der Szene bekannten und geschätzten Hektor Haarkötter war passenderweise: „Warum Journalisten SEOs hassen“. Was wir alle schon lange befürchtet hatten, wurde hier endlich bestätigt. Journalisten, die etwas auf sich halten, mögen keine platten Texte, denen das Keywordstuffing aus jeder Zeile trieft. User bzw. Leser mögen das übrigens auch nicht.

Nur gut, dass sich Contify an die Regeln des journalistischen Handwerks hält und bei der Erstellung von Texten besonders auf die folgenden Kriterien achtet:

  1. Recherchieren
  2. Eine Geschichte erzählen
  3. Kein Keywordstuffing

Denn schlussendlich schreibt man für den Leser und nicht für Google. Sind Keywords in einem gut geschriebenen Text jedoch geschickt eingebaut, wird der Text auf Google gut ranken und gleichzeitig kommt sich der Leser nicht wie bei einer Werbeveranstaltung vor. Dies gilt für einen Recap zum SEO-DAY 2016 genauso wie für jeden anderen Inhalt.

Authentisch und seriös wirkende Texte sorgen für hohe Glaubwürdigkeit und eine dementsprechend hohe Return-Quote.

Wo der SEO vom Journalisten gehasst wird, da wird der Journalist vom SEO wiederum geliebt. Denn neben einem guten Ranking sollte die vornehmliche Aufgabe bei wirkungsvollen Inhalten sein, dass Authentizität gegeben ist. Denn diese journalistische Tugend sorgt beim Leser dafür, dass ein Vertrauen zur Seite aufgebaut wird und er gerne immer wieder kommt.

Hektor Haarkötter über Unterschiede zwischen Journalismus und altmodischem SEO
SEO-DAY 2016 - Hektor Haarkötter

Eine klare Sprache ohne zu viele neumodische Elemente ist ein weiterer Punkt, für den der Fachbereichsleiter Journalismus und Kommunikation der HMKW Köln plädierte. Statt vom User solle doch lieber vom Leser gesprochen werden – und Content wird auch verstanden, wenn er Inhalt heißt. Ganz ohne „Denglisch“ ist auch dieser Abschnitt des Recaps nicht ausgekommen, aber der Wille war da. Hektors leidenschaftliche Ausführungen, die auch mit einigen Negativ-Beispielen aufwarteten, wurden von den Zuhörern zu Recht begeistert aufgenommen.

OnPage SEO: Maßnahmen und Erfolgsbetrachtungen – Jens Fauldrath

Jens Fauldrath, aufgrund seiner Sprechgeschwindigkeit ab jetzt nur noch MG-Jens genannt, sprach vor einem vollen Saal über OnPage SEO. Der CEO von takevalue ist absoluter Datenfanatiker. Zahlen, die sich in Charts und Tortendiagrammen ausdrücken lassen bereiten ihm, gleich nach seiner Familie, die größte Freude. Dementsprechend durfte man sich auf viele Folien mit vielen Daten freuen.

„Wer die Datenhoheit hat, hat den Erfolg.“

Einmal kurz geblinzelt und man hatte bereits etwas verpasst. Hängen geblieben sind allerdings wichtige Tipps zum Budget, zum Crawling Management und zur Informationsarchitektur. Dabei blieb MG-Jens nicht immer konform mit der Mehrheitsmeinung klassischer SEOs. Denn beispielsweise die robots.txt auf noindex zu setzen ist eine der Maßnahmen, von denen überall sonst abgeraten wird. Für das Crawling Management kann es laut MG-Jens aber tatsächlich funktionieren.

Einer der prägnantesten Tipps war allerdings, die Suchintention des Users bei der Optimierung zu beachten. Denn die Methode „Friss oder stirb“ funktioniert schon lange nicht mehr. Modernes SEO ist auf den User zugeschnitten und nicht rein auf die Suchmaschine. Longtails in Kategorietexten sind eine weitere Empfehlung, der man folgen sollte.

Die Aufzählung nützlicher Tipps könnte an dieser Stelle noch deutlich länger werden. Allerdings ist es wohl hilfreicher, auf die Veröffentlichung der Folien auf seo-day.de zu warten.

MG-Jens in einer seltenen Pose: Nicht redend
SEO-DAY 2016 - Jens Fauldrath

Videos als Gamechanger im Online Marketing – Christian Tembrink

Visuell wurde es beim nächsten Vortrag im Segment SEOShop. Christian Tembrink, CEO von netspirits brachte fünf Cases mit, die eindrucksvoll zeigten, wie Videos im Online Marketing eingesetzt werden können. Emotionen spielen dabei die wichtigste Rolle: Egal, ob etwas verkauft, auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam gemacht oder um Spenden gebeten werden soll.

Doch warum sollte man sich überhaupt für ein solch aufwendiges Medium entscheiden, wenn es billigere und einfachere Möglichkeiten wie Adwords, Facebook-Werbung oder die gute alte Werbetafel gibt? Genau darum! Bei der Vielzahl an Werbung, die jedem von uns täglich geradezu entgegenschlägt, bleibt dem User so gut wie nichts davon in Erinnerung. Ein gut gemachtes Video hingegen hat einen hohen Erinnerungswert: Nicht umsonst hat in den letzten Jahren die Präsenz sogenannter YouTube-Stars stark zugenommen.

Ein weiterer Grund ist die Tatsache, dass die meisten Werbeformen passiv ausgerichtet sind. Heute suchen jedoch die meisten Menschen aktiv nach Antworten und Lösungen für ihre alltäglichen Probleme.

Ein großes Segment nehmen hier „How to“ Anfragen ein, die besonders bei YouTube Jahr für Jahr ansteigen. Diese reichen von der Frage nach Haarpflege bis hin zur Reparatur des Autos und wollen durch entsprechenden Content beantwortet werden.

Je aktiver der User etwas sucht, desto unwichtiger ist übrigens die Produktionsqualität des Videos. Es muss also nicht immer ein Full-HD-Clip aus Hollywood sein. Wichtig sind die Authentizität, der Informationsgehalt sowie die Emotionen, die beim Zuschauer ankommen. Wer es clever macht, baut dezent seine Brand oder Produkte in die Videos ein und macht die Behandlung des eigentlichen Themas zur Hauptsache.

SEO-DAY 2016 - Google-Ergebnisse: Videos

Die Ergebnisse sind nicht von der Hand zu weisen und wurden von Christian anhand seiner Case Studies veranschaulicht. Erfolgreiche Videos stehen bei Google auf Seite 1, führen zu Klicks und erhöhen die Conversion Rate. Einige Anbieter schaffen es sogar, mehr als die Hälfte ihres Gesamtumsatzes über Youtube zu generieren. Dieser Markt sollte also nicht vernachlässigt werden.

Pre-Amazon: Der Weg eines Händlers zum ersten Verkauf – Ingo Urbach und Sanje Gautam

Mit 44 Millionen Nutzern kann der Riese Amazon von keinem Händler mehr ignoriert werden. Wer seine Produkte jedoch über die Plattform verkaufen will, sollte sich im Vorfeld informieren und die nächsten Schritte genau planen – oder er hört sich einen Vortrag dazu an.

„What you see is what you get“ war das Motto dieser Präsentation. Schritt für Schritt führten die beiden Fairrank-SEOs Ingo und Sanje den imaginären Händler durch Chancen und Risiken, die beim Online-Handel auftauchen können. Am Anfang steht die Frage: „Habe ich überhaupt das richtige Produkt?“ Sind die Produkte generell die richtigen, aber will man sich lieber als Reseller aufstellen anstatt eigene Ware anzubieten, sollte man sich überlegen, ob sich der Aufwand lohnt. Denn häufig ist es dank Hersteller-Vorgaben schwierig, die fremden Waren entsprechend zu optimieren und somit gute Rankings zu erzielen, die hohen Umsatz versprechen.

Auch für Amazon-Händler floss am SEO-DAY das Wissen
SEO-DAY 2016 - Urbach Gautam

Eine gute Alternative können Bundles sein. Hier bilden Geschenksets, Produkt-Kombinationen oder auch Probiersets eine gute Möglichkeit, um Kunden zu binden. Doch Vorsicht: Amazon erlaubt Bundles nicht in beliebigen Zusammenstellungen. Daher empfiehlt es sich, vorher die Richtlinien zu studieren.

Wer seinen Shop boosten möchte, sollte auch bei den Details hellwach sein. So empfehlen Ingo und Sanje die Optimierung von Titles, Bulletpoints und vor allem auch der Bilder.

Erst bei einer Größe von 1000x1000 Pixel wird die wichtige Zoomfunktion freigeschaltet, die heute die meisten Kunden erwarten.

Nun kann nur noch die rechtliche Komponente zu Problem werden. Auch hier empfiehlt es sich, den Mehraufwand zu betreiben und keine Standardtexte zu übernehmen. Denn Amazon hat eigene Regeln. So muss die Plattform bei Vertragstexten beispielsweise als eigene Partei eingebaut werden. Und auch AGB und Widerrufsbelehrung sind neben dem Impressum wichtige Dokumente, die mit Bedacht angefertigt sein wollen. Denn ist der Shop erst einmal erfolgreich, sucht die Konkurrenz natürlich nach Lücken – und die will man tunlichst vermeiden.

Best Practice aus dem eCommerce – Dominik Wojcik

Richtiggehend heiß redete sich Dominik Wojcik bei seiner Präsentation, die er anhand von Case Studies unterfütterte. Hier zeigte er auf, dass man mit gutem SEO auch als kleiner Händler mit den großen mithalten kann und sich nicht nur auf Nischen beschränken sollte.

Eine ausführliche Keywordanalyse, eine klar strukturierte Header-Navigation, die es idealerweise ermöglicht, Landingpages mit nur einem Klick zu erreichen sowie das Auslesen sinnvoller Queries sind die ersten Schritte, die zu guten Rankings führen.

An Responsive Design kommt heute sowieso niemand mehr vorbei und das Anlegen sprechender URLs sowie die Optimierung von Metas tun ihr übrigens, um beste Ergebnisse zu ermöglichen. Sind diese Voraussetzungen geschaffen, kommt es auf die folgenden Faktoren an:

✔ Content
✔ Monitoring
✔ Offpage nicht vergessen

Insbesondere beim letzten Punkt sollte darauf geachtet werden, dass die Links organisch wachsen. Hier ist also ebenfalls Geduld und Arbeit erforderlich.

„Ohne fucking Links wird es nichts!“

Klar umrissen und für den Zuhörer nachvollziehbar hat Dominik mit seiner Präsentation veranschaulicht, wie SEO auch mit vermeintlich unattraktiven Produkten und bei großem Wettbewerb funktioniert. Zwar wäre Hektor Haarkötter aufgrund des verwendeten Vokabulars – von Query über Linkbuilding bis hin zur Crawlability war alles dabei – wahrscheinlich seine signifikante Mütze weggeflogen, aber auch ins Deutsche übersetzt sind Dominiks Tipps noch immer wertvoll für jeden SEO.

7,5 herausragende Impulse in 30 Minuten – Maximilian Muhr

Total überladen und mit nervigen Sound-Effekten versehen war Maximilian Muhrs Präsentation – selbst optische Spielereien waren ihm nicht zu blöd. Doch wenn das einer durchziehen kann, dann Max. Der ehemalige Head of SEO von Bild.de, dessen Lieblingsbeschäftigung Vorträge halten oder hören und dessen großer Traum der „Beruf“ Entrepreneur ist, passte mit seiner ruhigen, gemütlichen Art überhaupt nicht in den Schnellrednerraum – auch deshalb war sein Vortrag so erfrischend anders.

Der geheimnisvolle halbe Impuls aus dem Titel des Vortrags liegt bereits in der Sache an sich: Hört Euch Vorträge an! Hier könnt ihr viel lernen, ohne wochenlang einschlägige Blogs zu durchforsten und lernt im Idealfall noch nette Menschen wie Maximilian kennen, die Euch bei Euren Fragen gerne helfen.

Die restlichen sieben Impulse sind schnell aufgezählt, können aber richtig eingesetzt eine große Wirkung entfalten:

  1. Alerts nutzen (B2)
  2. Browser-Pushs (B3)
  3. Optische Aufwertung (C3)
  4. Eyetracking (D2)
  5. Kontrovers sein
  6. Site-Links
  7. Keine Parameter in URLs

Mit WhatsApp oder anderen Anbietern können Alerts zu bestimmten Themen geschaltet werden. Dieses Feature sollte man nutzen, denn wer Alerts abonniert, klickt im Zweifelsfall auch auf den Link. Auf diese Weise kann schnell und ohne großen Aufwand Traffic generiert werden. Ein ähnliches Vorgehen funktioniert natürlich auch bei Browser Pushs.

Die Bearbeitung von Fotos ist keine neue Erfindung – man muss es nur richtig machen. Schon kleinste Details können hier für den Unterschied sorgen, ob ein Foto als besonders attraktiv oder eher als durchschnittlich gilt: Stichwort Limbus. Um die Optik geht es im Prinzip auch beim Eyetracking. Hier wird gemessen, wohin der User tatsächlich schaut. Dementsprechend sollte also die Anordnung der Buttons sowie die Position eventuell umliegender Bilder strukturiert werden.

„Das Zeitalter der Fakten ist vorbei!“

Kontroverse Thesen oder Behauptungen generieren mehr Aufmerksamkeit (also auch Traffic) als Positionen, die gemeinhin Zustimmung erfahren. Seid also kontrovers und scheut Euch nicht, auch einmal abstruse Themen anzupacken.

Von Felix Beilharz liebevoll Samson genannt: Maximilian Muhr
SEO-DAY 2016 - Maximilian Muhr

Klare Struktur und ein informativer Mehrwert führen dazu, dass Google Unterseiten als eigene Sitelinks auflistet. Die Wahl der richtigen Keywords und eine dementsprechende Platzierung, die mit den obigen Tipps fast schon selbstverständlich ist, werden hier vorausgesetzt. Als letzter Punkt noch ein Hinweis, der von mehreren Speakern an diesem Tag unterstrichen wurde. Keine Parameter in den URLs!

Max hat es mehr als einmal geschafft, den vollen Saal zum Lachen und dabei doch seine Message unter das Volk zu bringen. Mit lustigen Zwischenepisoden, wie zum Beispiel das Verteilen von Geschenken, hatte er alle Sympathien auf seiner Seite. Wer sich übrigens fragt, was die Buchstaben hinter einigen Punkten zu bedeuten haben: Unter https:kurz-url.net/ können diese Buchstaben hinter die URL eingegeben werden. Sie leiten dann auf die entsprechenden Seiten zum jeweiligen Thema. Der Buchstabe „A“ ist übrigens Max Xing-Profil.

PageSpeed 100 – Kai Spriestersbach und Sebastian Jankord

Jede SEO-Konferenz braucht sie: Eine kleine Verkaufsveranstaltung. Beim diesjährigen SEO-DAY war das der Vortrag mit dem Namen „PageSpeed 100 – und jetzt? Perfekte Ladezeiten und SEO-Hosting für Speed-Freaks“ von Kai Spriesterbach und Sebastian Jankord. Das dynamische Duo spielte sich die rhetorischen Bälle perfekt getimed zu und erinnerte dadurch leider auch an gewisse beliebte Teleshopping-Sendungen.

Hauptsächlich ging es dabei um die neueste Version der Hosting Software Plesk. Diese ist nicht nur deutlich sicherer als andere Lösungen, sondern auch schneller. Mit Plesk kann die Serverlast um bis zu zwei Drittel reduziert werden. Hilfreich dabei: Cloudfare. Mit nur einem Klick lässt sich Cloudfare bei Plesk aktivieren und stellt Daten schon bereit, bevor sie überhaupt angefragt wurden. Zuverlässig, sicher und vor allem schnell: Plesk.

Durch die abwechselnde Aufzählung der mannigfaltigen Vorteile fühlte man sich allerdings phasenweise an folgendes erinnert:

Wunderharke 5000

Im Verlauf des auf zwei Slots gelegten Vortrags kamen jedoch nicht nur die Speaker zu Wort. Auch die Zuhörer wurden mit einbezogen und zu ihren Erfahrungen, bspw. mit AMP, befragt. Hierbei war man sich einig, dass frühere Versionen einige Anforderungen nicht erfüllen konnten – das neue Plesk Onyx übertrifft diese alten Versionen jedoch um ein Vielfaches und ist somit eine echte Alternative zum herkömmlichen Hosting.

Doppel-Dhemant: Mobile SEO und Website-Relaunch – Rene Dhemant

Monsieur Dhemant, wie er von Moderator Felix Beilharz genannt wurde, war eigentlich zu diesem Zeitpunkt nur für einen Vortrag vorgesehen. Da Senior SEO-Managerin Anke Probst von Xing aber leider erkrankt absagen musste, übernahm Rene ihren Slot und hing spontan noch einen (recycleten) Vortrag zum Thema Website-Relaunch ran. Der Übersichtlichkeit halber und weil uns ansonsten keine sinnvolle H4 für die Seite einfällt, wird der Recap in diesem Absatz entsprechend unterteilt.

Mobile SEO

„Mobile SEO – Was es jetzt gilt zu wissen und zu tun“ lautete der grammatikalisch gehandicapte Titel. Hier räumte Rene einerseits mit Vorurteilen auf, wies aber andererseits auch darauf hin, dass man an Mobile SEO heute nicht mehr vorbeikommt. Beispielsweise ist es eine Urban Legend, dass Seiten, die von Google als nicht mobile friendly eingestuft werden, eine Bestrafung erhalten. Allerdings werden sie deutlich leichter von Konkurrenten überholt, die ihre Hausaufgaben im Mobile SEO gemacht haben. Hinzu kommt, dass Google angekündigt hat, den Mobile Index künftig zum Hauptindex zu machen.

Doch nicht nur Google ist ein Grund für eine mobile Version der eigenen Seiten: Auch der Traffic sowie die Conversion Rate können extrem steigen. So werden heute bereits im eCommerce über 50% des Traffics von mobilen Geräten generiert. Der User tendiert also immer mehr dazu, Produkte zunächst über sein Handy zu suchen. Mit den neuen Bezahlmöglichkeiten bei Amazon und Co. ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Conversion Rate hier aufholt.

Das SEO-Tag-Team: Rene Dhemant und Felix Beilharz
SEO-DAY 2016 - Dhemant Beilharz

Doch wie bekommt man seine Seite nun mobile friendly? Von den verschiedenen Möglichkeiten empfiehlt Rene uneingeschränkt die Entscheidung zum Responsive Design. Nur hier werden keine komplizierten Strukturen notwendig, die zu Duplicate Content oder verschiedenen URLs für den gleichen Content führen. Doch um die Seite mobile friendly zu machen reicht das nicht: Schriftarten und -größen sollten untersucht und gegebenenfalls an ein angenehmes Maß angepasst werden. Serifen sind auf Mobilgeräten beispielsweise deutlich einfacher zu lesen.

Darüber hinaus muss das Design für unterschiedliche Systeme ausgelegt sein. Insbesondere Android-Geräte erweisen sich hier als Herausforderung, da viele verschiedene Auflösungen verwendet werden. Hier sollte man sich auf die am häufigsten vorkommenden konzentrieren.

TIPP: Beschafft Euch Testgeräte! Sie kosten nicht viel und sind unerlässlich für die Überprüfung.

Die Analyse des laufenden Systems funktioniert auch über die Google Search Console oder über die Sistrix Toolbox, so Sistrix-SEO-Manager Rene. Künftig gibt es also keinen Grund mehr, seine Seite nicht mobile friendly zu gestalten.

Website-Relaunch

„Eine unendliche SEO-Geschichte“ lautete der Untertitel dieses Vortrags, den Rene aus dem Jahr 2015 mitgebracht hatte. Da die Aussage stimmt, sind die Erkenntnisse natürlich noch immer aktuell und an dieser Stelle zieht der Autor seinen imaginären Hut für die spontane und dennoch sichere Präsentation, die Rene hier am späten Nachmittag ablieferte.

Die Wirtschaftlichkeit einer Website ist demnach der Hauptgrund für einen Relaunch. Doch viele stellen sich diesen einfacher vor, als er am Ende wirklich ist. Wer beim Relaunch allerdings Fehler macht, kann die Seite mit etwas Pech ins Google-Nirvana schießen. Kein Wunder also, dass der prall gefüllte SEOClassic-Saal jedem Wort des Speakers wie gebannt folgte, denn selbst kleine Änderungen können oft große Auswirkungen haben.

Der häufigste Fehler sind vergessene 301-Weiterleitungen. Das kann tödlich für die Seite sein.

Neben abschreckenden Beispielen und einer beinahe gebetsmühlenartigen Wiederholung der 301-Weiterleitung überzeugte Rene mit einer kurzen Fibel zum erfolgreichen Relaunch. Als gebürtiger Kölner ließ er es sich natürlich nicht nehmen, diese Anleitung im Stil des Kölschen Grundgesetzes zu formulieren. Hier das Ergebnis, frisch aufbereitet.

Kölsches Grundgesetz

Deutsch

SEO

§1 Et es wie et es

Sieh den Tatsachen ins Auge

 
  • Ziele definieren
  • Mit Personas arbeiten
  • Realistisch bleiben
 

§2 Et kütt wie et kütt

Habe keine Angst vor der Zukunft

 
  • Google braucht Zeit
  • Ranking- &Trafficverlust sollte einkalkuliert werden
 

§3 Et hätt noch immer jot jejange

Lerne aus der Vergangenheit (und den Fehlern anderer)

Schalte 301-Weiterleitungen!

§4 Wat fott es, es fott

Jammere den Dingen nicht nach

 
  • Lösche nicht relevante Seite
  • Nutze 410 statt 404 als Statuscode
 

§5 Et bliev nix wie et wor

Sei offen für Neuerungen

 
  • Neuen Content schaffen und Inhalte konsolidieren
  • Bedürfnisse der Personas im Auge behalten
 

§6 Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet

Sei kritisch, wenn Neuerungen Überhand nehmen

Relaunch-Kontrolle

§7 Wat wellste maache?

Füge Dich Deinem Schicksal

Füge Dich Deinem Schicksal nicht!

§8 Mach et jot, ävver nit ze off

Achte auf Deine Gesundheit

Keine größeren Relaunches in zu kleinen Zeitabständen

§9 Wat soll dä Quatsch?

Stelle immer die Universalfrage

 
  • Deadlines setzen
  • Nichts vor Erreichung der gesetzten Ziele veröffentlichen
 

§10 Drinkste eene met?

Komme dem Gebot der Gastfreundschaft nach

Halte dir jemanden aus der IT warm (Dönerstag!)

§11 Do laachste Dich kapott

Bewahre Dir eine gesunde Einstellung zum Humor

sh. Deutsch

Bei jedem Relaunch ist darüber hinaus wichtig, dass die Geduld nicht verloren wird: Also keine schnellen Erfolge erwarten. Resultate stellen sich erst nach 9 Monaten ein – vorher wird die Seite zunächst in Ranking und Sichtbarkeit fallen – hier also nicht in Panik geraten.

Superpanel

Mit dem Superpanel schloss der SEO-DAY 2016 ab. Eine exklusive Auswahl der Speaker – bunt gemischt aus ExpertDay und SEO-DAY – analysierte Live drei Seiten und gab den anwesenden Mitarbeitern der Betreiber hilfreiche Tipps, wie sie Struktur, Content und andere Faktoren boosten können. Bei manchem lief man damit offene Türen ein. Auch die Diskussion kam dabei nicht zu kurz, denn nicht immer sind SEOs alle einer Meinung.

Live-Analyse einer Seite. Im Vordergrund: Martin Missfeldt
SEO-DAY 2016 - Superpanel

Im Zuge des Superpanels wurden auch die Ergebnisse des Speaker-Votings bekanntgegeben. Für den SEO-DAY sah das Resultat folgendermaßen aus:

  1. Jens Fauldrath (MG-Jens)
  2. Tobias Fox
  3. Nils Kattau
  4. Gero Wenderholm
  5. Maximilian Muhr

Fabian ließ es sich natürlich nicht nehmen, jeden persönlich mit einem kleinen Pokal zu beglückwünschen. Gleichzeitig bedankte er sich bei den beiden Organisatorinnen Julia und Anastasia für die geleistete Arbeit. Den Dank konnte allerdings nur Julia entgegen nehmen – Anastasia war gerade Kölsch holen. Auch wir schließen uns diesem Dank an. Wenn auch der Beginn etwas holprig war, konnten wir einen interessanten und lehrreichen Tag mit vielen Experten genießen. Unserer Meinung nach hat das RheinEnergie Stadtion etwas mehr Charme als die riesige Koelnmesse, weswegen wir uns schon jetzt auf den SEO-DAY 2017 in bewährter Umgebung freuen.

SEO-DAY 2016 - Superpanel
SEO-DAY 2016 - Superpanel
SEO-DAY 2016 - Superpanel
SEO-DAY 2016 - Superpanel
SEO-DAY 2016 - Superpanel
SEO-DAY 2016 - Gero Wenderholm
SEO-DAY 2016 - Superpanel
SEO-DAY 2016 - Superpanel

Party und „Fertig“

Nach getaner Arbeit ging es direkt mit dem Shuttlebus oder per Taxi zur Party. Neben dem eigens angemieteten Flamingo Royal überzeugte die Gäste sicherlich vor allem der Hähnchenwagen, der direkt vor dem Eingang halbe Hähnchen und Kartoffelsalat verteilte. Im Inneren des Clubs erwartete uns neben dem obligatorischen Kölsch dann auch eine Auswahl an Cocktails und Longdrinks, von denen ausgiebig Gebrauch gemacht wurde. So kam es dann auch, dass um 23 Uhr das Tonic Water bereits alle war – Gin kann man allerdings auch pur trinken.

Bei lauter Musik, guten Gesprächen und noch mehr Getränken wurden die vergangenen Tage noch bis in die frühen Morgenstunden Revue passieren gelassen. „Fertig“ in jeglicher Hinsicht kam man im Hotel an. Zurück blieben am nächsten Tag – neben dem Kater – Erinnerungen an einen anstrengenden, lehrreichen und über weite Strecken sehr unterhaltsamen SEO-DAY, den wir auch im nächsten Jahr wieder sehr gerne begleiten. Und auch dann wird es sicherlich kein Ponyhof, aber wieder sehr aufschlussreich und unterhaltsam werden.

Michael Christl, Senior Key Account Manager
Michael Christl hat Politikwissenschaften, Kriminologie und Soziologie in Würzburg studiert. Schon früh entwickelte er ein Gespür für Sprache. Nach seinem Abschluss als Magister arbeitete er zunächst als freischaffender Texter. Seit 2014 gehört Michael als Senior Key Account Manager fest zum Contify-Team. Dabei ist er sowohl für Projekte in deutscher als auch in französischer Sprache zuständig.
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