Wie Du kleine Cliffhanger in Deine Texte einbaust

Ein Freeclimber klettert an einer steilen Wand entlang. So textest Du kleine Cliffhanger.
So textest Du kleine Cliffhanger.

Es ist immer das Gleiche: User landen auf Deinen Artikeln – und sind nach wenigen Minuten wieder weg. Das Resultat: eine Absprungrate, die Dir Schwindelgefühle einbringt. Was fehlt Deinen Texten, damit Nutzer länger verweilen? Eine Lösung könnten kleine Cliffhanger sein. Was Dir vielleicht eher aus dem letzten Sebastian-Fitzek-Roman oder der neusten Netflix-Serie bekannt ist, funktioniert auch bei Web-Content, der erklären oder verkaufen soll. Wir zeigen Dir, was einen guten Cliffhanger ausmacht und wie Du diesen durchdacht in Deine Texte einbauen kannst.

Was ist ein Cliffhanger?

Ein Cliffhanger ist ein Stilmittel, das Spannung aufbauen und User so motivieren soll weiterzulesen. Er bringt damit einen Hauch von Drama in Deine Texte, der Nutzer neugierig macht. Die Folge: sie lesen weiter, bis sie die Auflösung des Cliffhangers erreicht haben.

In der Praxis kannst Du Cliffhanger an verschiedenen Stellen anbringen. Diese drei lohnen sich besonders:

  1. Teaser
  2. Zwischen Absätzen
  3. Am Ende des Textes

Schließt Du einen Text mit einem Cliffhanger ab, solltest Du allerdings zeitnah neuen Content veröffentlichen, der die Spannung auflöst. Das eignet sich zum Beispiel gut für Textreihen über mehrere Teile. Im Gegensatz zu Romanen musst Du als Webtexter einen Cliffhanger nicht lange vorbereiten und nicht in langen Ausführungen zu Papier bringen. Ein einziger Satz reicht aus, um Deine Leser an den Text zu binden.

Damit Du Dir ein gutes Bild machen kannst, wie Cliffhanger in Texten funktionieren, werfen wir einen Blick auf den Einsatz von Cliffhangern in Ratgeberartikeln, Verkaufstexten und beim Storytelling.

Auch in Ratgeberartikeln funktionieren Cliffhanger.
Eine Glühbirne inmitten von Symbolen mit schulischem Bezug, wie zum Beispiel mathematischen Zeichen und Formeln.

Cliffhanger in Ratgeberartikeln

Cliffhanger in Ratgeberartikeln erzeugen die Spannung dort, wo Leser eine Problemlösung erwarten. Denn: In How-to-Texten steht ein Problem, das Leser haben, im Mittelpunkt. Du zeigst ihnen in Deinem Text, wie sie dieses Problem lösen können. Oftmals ist die Lösung jedoch nicht in einem einzigen Schritt zu erreichen. Das ist ein Vorteil für Dich und Deine kleinen Cliffhanger. Du kannst Leser so aus jedem Abschnitt mit einer spannenden Frage oder kühnen Behauptung entlassen, wie sie den nächsten Schritt meistern können. Damit steht ein Cliffhanger in Ratgebern immer zwischen dem, was ist, und dem, was sein könnte.

Cliffhanger in Verkaufstexten

Cliffhanger in Verkaufstexten sorgen für das, was Du von Deinen Usern willst. Sie hören Deinem Pitch zu und klicken am Ende auf den „Kaufen“ oder „Buchen“ Button. Damit Dir die Conversion gelingt, musst Du in Deinem Text zunächst eine Hoffnung, Gefahr oder Frustration aufbauen. Auf diese Weise hältst Du Deinen Lesern ihre vertraute Befürchtung oder ihr Problem noch einmal vor Augen. Der Cliffhanger besteht dann aus einem Satz, der verspricht, dass Du ihr Problem lösen kannst. Das wiederum macht ihnen klar, dass sie Deinen Service in Anspruch nehmen sollten, wenn sie ihr Problem lösen wollen.

Dazu können wir uns folgendes Beispiel anschauen: Sagen wir, du bietest Kochkurse an. Wenn Du Dich an Testimonial-Texte setzt, um Deine Leistungen überzeugender aussehen zu lassen, könntest Du dort in wenigen Zeilen einen Cliffhanger erzeugen, der User neugierig macht. Das könnte dann zum Beispiel so aussehen:

Ich habe mich für diesen Kurs angemeldet, damit ich endlich meine miserablen Kochkünste verbessern kann. Für mich als Anfänger war das eine echte Herausforderung.

User werden hier automatisch mit der Frage konfrontiert, ob sich der Kurs nun gelohnt hat – und ob die Person ihre schlechten Kochkünste verbessern konnte. Ein entsprechender Link oder Klick am Testimonial-Text führt dann natürlich auf die (positiven) Resultate, die die Person mit dem Kurs erreicht hat.

Cliffhanger in Business Storytelling

Storytelling in Business Copy macht es Dir leicht. Du erzählst Geschichten, ähnlich wie Du sie aus Romanen, Filmen und Serien kennst. Leser begleiten einen Protagonisten, der sich einer Herausforderung stellen muss. Am Ende findet der Protagonist eine Lösung für sein Problem.

Einen Cliffhanger setzt Du daher im Business Storytelling genauso wie in Romanen oder Filmen ein. Du stoppst inmitten Deiner Geschichte, um sie nach einer kurzen Pause bzw. einen Absatz weiter fortzusetzen. Das bringt Leser von der Headline bis zum finalen Schluss Deines Textes.

3 Wege, Leser mit einem Cliffhanger neugierig zu machen.
Drei von vier Kästchen wurden mit einem grünen Bleistift abgehakt.

3 Wege, Leser mit einem Cliffhanger neugierig zu machen

Du hast gelernt, wie Cliffhanger in Webtexten funktionieren können. Wir haben Dir beispielhaft anhand von Textsorten gezeigt, über welche Wege Du einen Cliffhanger erzeugen kannst. Du bist jetzt in der Lage, selbst Cliffhanger zu schreiben – unabhängig von der Textart. Wähle dabei einfach stets einen dieser Ansätze:

1. Erzeuge Neugier

Um Neugier bei Lesern zu erzeugen, kannst Du zum Beispiel eine Frage stellen oder ein Geständnis machen. Einfache Sätze wie „Ich muss zugeben, ich lag falsch“ Oder „Was wäre, wenn Du Deine Conversion Rate in kurzer Zeit verdoppeln kannst?“ lassen User weiterlesen. Sie wollen erfahren, warum und wobei Du falsch lagst bzw. wollen wissen, wie auch sie ihre Conversion Rate verbessern können.

2. Mach ein Versprechen

Versprechen sind ebenfalls wirksame Cliffhanger, die Leser bei Dir halten. Du kannst dabei beispielsweise auf Sätze wie „Gute Texte müssen nicht viel Zeit in Anspruch nehmen“ oder „Am Ende unseres Kurses textest Du Landingpages im Schlaf“ verwenden, um User zum Weiterlesen zu motivieren.

3. Stelle eine fesselnde Frage auf

Fragen, die User sich schon immer selbst gestellt haben, funktionieren ebenfalls hervorragend als Cliffhanger. Achte darauf, dass Du dabei keine banalen Fragen in den Raum stellst, sondern komplexe Themen, die Du nicht in einem Satz beantworten kannst, verwendest. Du kannst also zum Beispiel fragen: „Wie kannst Du Deine Sales-Texte genauso spannend gestalten wie einen Frank-Schätzing-Roman?“.

Je nach Länge des Textes kannst Du natürlich auch alle drei Methoden wählen. Es sollte allerdings immer etwas Platz zwischen den einzelnen Elementen sein, ansonsten hemmst Du mit den unterschiedlichen Stilmitteln unter Umständen den Lesefluss.

Klickzahlen und Verweildauer erhöhen

Mit Cliffhangern stellst Du sicher, dass User neugierig bleiben und Deinen Text bis zum Ende lesen – und geht es um Reihen, stehen die Chancen gut, dass auch die nächste Episode Deiner Veröffentlichung gute Klickzahlen bekommt. Eine weitere Folge ist, dass die Verweildauer auf Deiner Seite steigt, was Dir schlussendlich statt Schwindel ein zufriedenes Kopfnicken beschert.

Michael Christl, Senior Key Account Manager
Michael Christl hat Politikwissenschaften, Kriminologie und Soziologie in Würzburg studiert. Schon früh entwickelte er ein Gespür für Sprache. Nach seinem Abschluss als Magister arbeitete er zunächst als freischaffender Texter. Seit 2014 gehört Michael als Senior Key Account Manager fest zum Contify-Team. Dabei ist er sowohl für Projekte in deutscher als auch in französischer Sprache zuständig.
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