Alliteration

Beim Stilmittel der Alliteration handelt es sich um eine sprachliche Auffälligkeit, die einen Text eingängiger, interessanter oder auch schöner machen soll. Wie genau das rhetorische Mittel innerhalb der deutschen Sprache aussehen kann und welche Wirkung es auf den lesenden Rezipienten besitzt, kann mithilfe einer Definition und einiger Beispiele veranschaulicht werden.

Definition

Das Kunstwort ist ein Kompositum der einzelnen lateinischen Wörter „ad“, was so viel wie „zu“ bedeutet, und „littera“, dem lateinischen Wort für „Buchstabe“. Das besondere Merkmal einer Alliteration ist der immer gleiche Anfangsbuchstabe mehrerer aufeinander folgender Wörter eines Satzes. Dabei kann in seltenen Fällen eine Konjunktion dazwischen stehen, deren erster Buchstabe nicht in die Reihung passt; ob es sich dann noch um das klassische Stilmittel handelt, muss unter Umständen ein Lehrer entscheiden.

Beispiele

Jeder kennt noch aus der eigenen Kindheit die beliebten Zungenbrecher, mit denen man von Opa oder einem Onkel aufgezogen wurde:

„Fischers Fritz fischt frische Fische“ haben wir alle schon einmal gehört. Und durch den immer gleichen Anfangsbuchstaben f ist der Tatbestand einer Alliteration erfüllt.

„Milch macht müde Männer munter“ war ein Slogan, der vor allem im vergangenen Jahrhundert für viel Aufmerksamkeit gesorgt hat. Auch hier ist das rhetorische Mittel durch den Buchstaben m eindeutig gegeben.

„Wir Wiener Waschweiber würden weiße Wäsche waschen, wenn wir wüssten, wo warmes Wasser wäre.“ – es geht also auch bedeutend länger. Dann jedoch verkommt die Alliteration zu einem eher spaßigen Element, wie man es in der hohen Literatur sicherlich nicht findet.

Wirkung

Eine Alliteration kann heiter, fröhlich und reizvoll sein. Sie taucht in vielen Gedichten und in klassischer Literatur auf, dann jedoch oft dezent und nicht so paradebeispielhaft wie in den drei genannten Beispielen. In jedem Fall lockern Alliterationen den Satzbau auf, können als Merkhilfe fungieren und erregen in den meisten Fällen die Aufmerksamkeit des Lesers. Ob das Stilmittel nun erst ab drei oder schon mit zwei aufeinander folgenden Wörtern vorliegt, muss man immer im Einzelfall entscheiden.

Info: Auch die Presse bedient sich gerne des Stilmittels der Alliteration, beispielsweise die Bild-Zeitung während der Weltmeisterschaft 2006, als sie am 7. April mit folgendem Titelthema debütierte: „Lehmann Nr. 1 im deutschen Tor. Klinsi killt King Kahn.“ Dieses Beispiel diente bereits zahllosen Deutschlehrern als Unterrichtseinstieg, um den Sachverhalt des rhetorischen Mittels einfach und amüsant veranschaulichen zu können.

Riccardo Altieri

Riccardo Altieri studierte in Würzburg Geschichte und Germanistik. Derzeit beendet er sein Masterstudium, um anschließend mit einer Dissertation im Fachbereich der Neuesten Geschichte zu beginnen. Der Autor und Herausgeber mehrerer Bücher ist seit Firmengründung als Korrektor fester Bestandteil des Teams und kümmert sich um das textbasierte Qualitätsmanagement.

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