Komparativ Superlativ

Mit den Begriffen Komparativ und Superlativ kann man ohne Vorwissen zunächst nicht sonderlich viel anfangen. Beide Wörter leiten sich vom Lateinischen ab. Die jeweiligen zugrunde liegenden Wörter können schon einen Hinweis darauf geben, was sich hinter dem jeweiligen Begriff verbirgt: Komparativ kommt von comparare (= vergleichen), Superlativ kommt von gradus superlativus (d.h. die höchste Steigerungsform eines Adjektivs). Gemessen werden die beiden Steigerungsformen am gradus positivus, also am Positiv, dem Ausgangsadjektiv.

Geschichtstipp: Der Positiv hieß früher unter anderem auch absolutus, perfectus, primitivus oder simplex. Sollten diese Begriffe also einmal auftreten, ist nun klar: Sie bedeuten exakt dasselbe.

Was bezeichnet man als Komparativ oder Superlativ?

Nimmt man ein Adjektiv in seiner Grundform zur Hand, so kann dies in zweifacher Weise gesteigert werden. Der Positiv gibt an, dass ein Substantiv eine bestimmte Eigenschaft hat. Vergleicht man zwei Substantive miteinander und beide erhalten dasselbe Adjektiv als Beiwerk, handelt es sich um den Positiv.

Beispiele für Positiv: 

  • Die blaue Rose ist genauso schön wie die gelbe.
  • Sportliche Männer sind ebenso gesund wie unsportliche Männer.
  • Lasagne schmeckt mir genauso gut wie Pizza.

Möchte man hingegen ein Substantiv vom anderen abheben, verwendet man stattdessen den Komparativ, also eine gesteigerte Form des Adjektivs, die aus dem variablen Stamm des Adjektivs und der Endung -er besteht (Ausnahmen bestätigten die Regel, zum Beispiel: gut → besser usw.).

Beispiele für Komparativ: 

  • Die linke Blume ist schöner als die rechte.
  • Schlanke Frauen sind gesünder als magersüchtige Frauen.
  • Burger schmecken mir besser als Salat. 

Hinweis: Was bisher auffällt ist, dass Adjektive im Positiv mit der Vergleichspartikel „wie“ gebildet werden, während der Komparativ ein „als“ erforderlich macht. In vielen Dialekten der deutschen Sprache wir damit recht eigenwillig umgegangen.

Der Superlativ hingegen stellt die höchstmögliche Steigerungsform dar, kann also nicht übertroffen werden. Er wird zumeist mit dem Einschub der Buchstaben <st> in das Ausgangsadjektiv gebildet (auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel: gut → besser → am besten usw.).

Beispiele für Superlativ:

  • Rote Blumen finde ich am schönsten.
  • Sportliche und schlanke Menschen leben am gesündesten.
  • Fastfood schmeckt vielen Jugendlichen einfach am besten.

Beliebte Fehler:

Leider werden bei der Adjektivkomparation oft Fehler begangen, die man leicht vermeiden kann. Die folgenden Beispielfehler zeigen auf, wo besonders gern etwas falsch gemacht wird:

  • „Das allerbeste Eis gibt es bei…“ ― Es kann nur das „beste“ Eis geben, jeder weitere Zusatz ist überflüssig.
  • „Das einzigste Ereignis, das…“ ― Auch das Adjektiv „einzig“ ist bereits ein Superlativ, der nicht mehr gesteigert werden kann.
  • „Das bestmöglichste Sportergebnis…“ ― Der zu steigernde Teil des Adjektivs „bestmöglich“ wäre „best-“, da es sich dabei jedoch bereits um die höchstmögliche Steigerungsform handelt, ist es unnötig, ihn noch weiter steigern zu wollen. 

Hier alle Regeln noch einmal in der Zusammenfassung:

Ein Adjektiv hat eine Ausgangsform (Positiv) und kann zweimal gesteigert werden. Der Komparativ arbeitet dabei zumeist mit einem variablen Stamm des Ausgangsadjektivs und setzt die Endung -er hintenan. Der Superlativ fügt an geeigneter Stelle ein <st> ein. Und wie immer: Ausnahmen bestätigen die Regel. Beachtet man dies, kann man sich beim nächsten Komparativ oder Superlativ immer sicher sein.

 

 

Riccardo Altieri

Riccardo Altieri studierte in Würzburg Geschichte und Germanistik. Derzeit beendet er sein Masterstudium, um anschließend mit einer Dissertation im Fachbereich der Neuesten Geschichte zu beginnen. Der Autor und Herausgeber mehrerer Bücher ist seit Firmengründung als Korrektor fester Bestandteil des Teams und kümmert sich um das textbasierte Qualitätsmanagement.

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