Was Du von Hemingway für Deine Texte lernen kannst

Schwarze Buchrücken mit goldenen Lettern. Was Du von Hemingway für Deinen Content lernen kannst.

Was Du von Hemingway für Deinen Content lernen kannst.

Ernest Hemingway war ein bedeutsamer Journalist, Schriftsteller und Geschichtenerzähler, der uns mit Werken wie „Der alte Mann und das Meer“ beeindruckt hat. Es ist kein Wunder, dass er 1953 erst den Pulitzer-Preis und 1954 dann den Nobelpreis für Literatur erhalten hat. Was hat Hemingways Schreiben so besonders, berühmt und erfolgreich gemacht? Und wie kannst Du das in Deinen Texten umsetzen? Wir zeigen Dir heute, wie Du Hemingways kleine Sprachkniffe nutzen kannst, um besseren Content zu erstellen – und so mehr Leute von Deinen Ideen zu überzeugen.

1. Fasse Dich kurz

Am Ende soll Dein Text überzeugen und verkaufen. Er soll Dich oder Dein Produkt an den Kunden bringen. Das funktioniert jedoch nur, wenn Du Deine Zielgruppe mit Deinen Worten erreichst. Da jeder User innerhalb der Zielgruppe einen unterschiedlich großen Wortschatz und ein unterschiedlich großes Verständnis für Sprache hat, solltest Du so schreiben, dass Du jeden mit Deinen Worten erreichst.

Kurz, klar, durchdacht

Auch Hemingway wollte, dass seine Leser genau verstehen, welches Bild er mit seinen Worten zeichnet. Nur so können sie in seine eigene Welt abtauchen und seine Geschichten erleben. Setz dazu in Deinen Texten auf kurze und verständliche Sätze. Dafür musst Du Deinen Content nicht für „Dumme“ schreiben. Hier liegt die Herausforderung: Schreibe kurz, klar und durchdacht. Auf diese Weise verstehen nicht nur alle User Deiner Zielgruppe, was Du zu bieten hast. Viele potenzielle Kunden werden von Deiner glasklaren und gleichzeitig intelligenten Ausdrucksweise beeindruckt sein – für sie ein weiterer Grund, sich Deine Ideen oder Dein Produkt genauer anzuschauen.

Mach es nicht zu knapp

Bevor Du jetzt loslegst und alle Sätze absägst: Nicht jeder Satz in Deinem Content sollte kurz sein. Zu viele kurze Sätze stören den Lesefluss und lassen keinen angenehmen Leserhythmus entstehen. Das wiederum macht Deine Leser müde. Das Resultat: Sie klicken Dich weg. Setze also auf eine gesunde Mischung aus kurzen und längeren Sätzen, um die Aufmerksamkeit Deiner User zu behalten. Um zu überprüfen, ob Dir das gelungen ist, kannst Du Dir Deine Texte laut vorlesen. So bekommst Du einen guten Eindruck, ob Du einen angenehmen Lesefluss erzeugt hast.

Halt Dich mit Adjektiven und Adverbien zurück!
Eine Wolke aus verschiedenen Wörtern

2. Halt Dich mit Adjektiven und Adverbien zurück!

Hemingway war ein Schreiber, der seine Ideen glasklar aufs Papier gebracht hat. Dazu hat er neben vielen kurzen Sätzen auf Adverbien verzichtet. Falls Deine letzte Deutschstunde schon etwas her ist: Adverbien modifizieren ein Verb, Adjektiv oder ein anderes Adverb. Hemingway wollte also, dass kein Wort zu viel in seinen Texten steht. Ein Vorhaben, das heute statistisch begründet ist: Der Autor und Statistiker Ben Blatt hat herausgefunden, dass erfolgreiche Bücher 25 % weniger Adverbien aufweisen als der Durchschnitt der erfolglosen Konkurrenz.

Das heißt für Dich: Nutzt Du zu viele Adverbien, büßt Dein Content an Klarheit ein. Das Resultat: Deine Leser verlieren sich in Deinen Sätzen, da diese zu „aufgebläht“ sind. Um zu überprüfen, ob Du Deine Sätze „abspecken“ solltest, kannst Du Dich stets an dieser Frage orientieren:

Ändert der Satz seine Bedeutung, wenn Du das Adverb entfernst?

Neben Adverbien solltest Du auch die Zahl der Adjektive in Deinem Text überprüfen. Adjektive machen Deinen Text überzeugend und emotional. Übertreib es damit jedoch nicht. Denn: Zu viele Adjektive haben den gleichen Effekt wie zu viele Adverbien. Sie machen Deine Sätze so „voll“, dass Dir User nur noch schwer folgen können. Setze Deine Adjektive daher geschickt an den richtigen Stellen ein, um User zum perfekten Zeitpunkt zu überzeugen.

3. Vermeide Passiv!

Hemingways Werke wirken so klar und deutlich, weil er seine Sätze vorwiegend im Aktiv geschrieben hat. Das hatte mehrere Gründe: Zum einen erhöhen passive Sätze die Wortzahl. Auf diese Weise hätte Hemingway nicht die prägnanten Sätze schreiben können, für die er bekannt geworden ist. Zum anderen entfernt Passiv die aktive Stimme des Erzählers – ein No-Go für einen Autor, der Dir mit Worten seine Geschichte näherbringen will.

Diese beiden Auswirkungen spürst Du auch in Deinem Content. Schreibst Du viele passive Sätze, wird Dein Content sperrig und schwerer verständlich. Darüber hinaus nehmen sie Dir Deine Stimme, mit der Du Deine User überzeugen willst. Bleib daher in Deinen Texten so weit es geht im Aktiv.

4. Verpacke in jedem Satz eine kleine Idee!

Hemingway war es nur möglich, so kurze und klare Sätze zu verfassen, weil er in seinen Werken eine goldene Regel befolgt hat: Verpacke in jedem Satz nur eine einzige kleine Idee! Hatte er im ersten Satz die erste Idee verarbeitet, präsentierte er im nächsten Satz eine weitere Idee, die auf der ersten basierte. Auf diese Weise entfalten sich seine Geschichten in kleinen, logischen Schritten. Das erzeugt bei Lesern einen Sog, dem sie sich nur schwer entziehen können. In „Der alte Mann und das Meer“ sah das dann so aus:

„‚Ich wünschte, ich hätte einen Stein für das Messer‘, sagte der alte Mann, nachdem er die Schnur am Griff des Ruders geprüft hatte. ‚Ich hätte einen Stein mitnehmen sollen.‘ Du hättest manches mitnehmen sollen, dachte er. Aber du hast es nicht getan, alter Mann. Jetzt ist nicht die Zeit, an Dinge zu denken, die du nicht hast. Überleg dir, was du mit dem anfangen kannst, was da ist.“

Übernimm diese Regel auch für Deine Texte. Bau Dein gesamtes Gedankenkonstrukt behutsam auf, indem Du in jedem Satz immer nur eine kleine Idee verarbeitest. Auf diese Weise gelingt Dir das, was Hemingway geschafft hat: Zeilen, die den Leser packen und nicht mehr loslassen.

Zahlen lügen nicht: Hemingway schreibt für 10-Jährige.
Ein Mädchen sitzt auf einer Treppe von Bücher und liest.

5. Zahlen lügen nicht

Du weißt jetzt, mit welchen sprachlichen Kniffen Hemingway berühmt und erfolgreich geworden ist. Um die Einfachheit und Klasse seiner Sätze abschließend noch einmal auf den Punkt zu bringen, solltest Du mal einen Hemingway-Text durch einen Lesbarkeitsindex laufen lassen. Lesbarkeitsindexe wie Flesh-Kincaid oder Dale-Chall überprüfen Satzlängen und Silbenzahlen, um zu ermitteln, wie verständlich ein Text ist. Überprüfst Du beispielsweise Hemingways „Der alte Mann und das Meer“ mit so einer Software, erhältst Du immer ein Ergebnis:

Hemingway schreibt für 10-Jährige.

Übernimm das für Deinen Content: Schreibe Deine Sätze gedanklich so klar, dass selbst 10-Jährige beim Browsen über Deine Seite Deine Ideen verstehen – unabhängig davon, was Du verkaufst.

Michael Christl hat Politikwissenschaften, Kriminologie und Soziologie in Würzburg studiert. Schon früh entwickelte er ein Gespür für Sprache. Nach seinem Abschluss als Magister arbeitete er zunächst als freischaffender Texter. Seit 2014 gehört Michael als Senior Key Account Manager fest zum contify-Team. Dabei ist er sowohl für Projekte in deutscher als auch in französischer Sprache zuständig.
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