Texte schreiben, die User emotional erreichen

Ein kleiner Junge sitzt mit einem Buch auf den Knien auf einer Bank und lacht. Wie Du Texte schreibst, die Leser emotional erreichen.

Wie Du Texte schreibst, die Leser emotional erreichen.

Informationsüberfluss, langweilige PR-Texte und Fake-News: Wir leben in einer (Text-)Welt, die oftmals gesichtslos und unecht wirkt. Umso mehr beeindrucken Zeilen, die uns emotional erreichen. Beiträge, die eine natürliche Stimme sprechen lassen. Als Texter stehst Du dabei vor der Herausforderung, Deinen Artikeln einen feinen Gefühlston zu verleihen, der Dich gegenüber den Usern offen, gleichzeitig aber nicht unprofessionell wirken lässt. Wir zeigen Dir daher heute, wie Dir diese Gratwanderung gelingt.

1. Schreibe im ersten Entwurf nur für Dich

Bevor Du mit dem Texten loslegen kannst, musst Du Dich zunächst von jeglichem möglichen Feedback, das Dir eine emotionale Note in Deinen professionellen Beiträgen bescheren könnte, frei machen. Dafür solltest Du

  • Deine eigene Kritik „ausschalten“,
  • mögliche Klickzahlen ausblenden,
  • Vergleiche mit der Konkurrenz ignorieren und
  • mögliche Social-Media-Kommentare ausblenden.

Diese hindern Dich daran, Deine Stimme mit emotionalen Elementen zu versehen und Deinem Text so eine ganz eigene Note zu verleihen. Schreibe Deinen Beitrag daher in einem ersten Entwurf nur für Dich selbst. Du kannst diesen später in einem zweiten und dritten Anlauf immer noch einmal anpassen und externe Faktoren – wie die oben genannten – einbeziehen. Welche Elemente sollte dieser erste Entwurf also tragen?

2. Zeige Persönlichkeit

Bilde Deine Persönlichkeit in Deinem Text ab. Folge dafür zunächst Deiner eigenen Neugier und sammle so Deinen persönlichen Mix aus Ideen für Deinen nächsten Beitrag. Gleiche diese Ideen dann mit Deinem professionellen Contentplan ab und finde hier Überschneidungen. Hast Du eine Übereinstimmung gefunden, kombiniere Deinen fachlichen Input mit persönlichen Erfahrungen und Geschichten.

Auf diese Weise wird es Dir möglich, Deine ganz eigene Stimme zu finden und dem Beitrag Persönlichkeit zu verleihen. Das hat Wirkung: Du zeigst Deinen Lesern so nicht nur professionelle Tipps, sondern belegst diese mit persönlichen Erlebnissen. Das berührt User – und macht Dich und Deine Texte glaubwürdiger.

Bunt und voller Farbe! Zeige Deinen Lesern Deine Persönlichkeit.
Zwei Hände, die Pinsel halten und voller verschiedener Farben sind.

Damit Deine Texte dabei professionell und userbezogen bleiben, schlage immer wieder – oder zumindest zum Abschluss – einen Bogen zurück zu den Lesern. Mache deutlich, was sie aus Deinen persönlichen Erfahrungen lernen können. Auch wenn das für Dich offensichtlich erscheint, hilft es, das klar zu kommunizieren.

3. Nimm die PR-Maske ab

Glattgebügelt und emotionslos: Klassische PR-Texte lassen Deine Leser kalt. Selbst das vielseits gelobte Storytelling wirkt oftmals künstlich inszeniert, um User emotional zu erreichen und zum Kaufen zu animieren. Wenn Du User wirklich berühren willst, musst Du das offenbaren, was PR-Texte niemals zeigen würden: Fehler und Mängel, die Dir unterlaufen sind. Zweifel, die Du hattest oder noch heute hin und wieder hast.

Warum solltest Du Usern diese zeigen? Fehler und Zweifel machen Dich menschlich und verletzlich. Das hat Wirkung auf Deine Leser. Denn: Das berührt sie. Und: Sie können sich in Deinen Texten selbst wiedererkennen, da sie wahrscheinlich die gleichen Fehler gemacht haben wie Du. Das eint euch und schafft eine emotionale Verbindung.

Nimm die PR-Maske ab und zeige, wer Du wirklich bist!
Ein Hund, der eine Maske mit falscher Nase und Brille trägt.

Macht Dich dieser Schritt zu einem weniger professionellen Texter und Verkäufer? Im Gegenteil: Du bist so ein transparenter Texter, der zeigt, welche Erfahrungen er hinter sich hat. Das zeigt Usern, welchen Weg sie gehen können, um dort hinzukommen, wo Du bereits bist. Damit bist Du übrigens nicht der Einzige. Web-Koryphäen wie Neil Patel zeigen immer wieder in ihren Beiträgen, welche Fehler sie gemacht und was sie daraus gelernt haben.

4. Sei großzügig

Tipps per E-Mail, White Paper zum freien Download und Insidereinblicke auf Deinem Blog: Kostenlose Infos zeigen Deinen Lesern, dass Du großzügig bist – schließlich könntest Du all Deinen Experten-Input auch verkaufen. Diese Großzügigkeit ist natürlich nicht gänzlich umsonst. Denn auf diese Weise kommst Du Deinem Geschäftsziel – das, was Du von Deinen Lesern möchtest – einen Schritt näher. Großzügigkeit ist daher Teil von erfolgreichem Content Marketing.

Wie passen Großzügigkeit mit Emotionalität zusammen? Das liegt auf der Hand: User sehen in Deinen kostenlosen Infos, dass Du ihnen helfen willst. Dieser Eindruck macht es Dir möglich, sie emotional zu erreichen – und so zum Kaufen, Klicken und Bestellen zu motivieren.

Michael Christl hat Politikwissenschaften, Kriminologie und Soziologie in Würzburg studiert. Schon früh entwickelte er ein Gespür für Sprache. Nach seinem Abschluss als Magister arbeitete er zunächst als freischaffender Texter. Seit 2014 gehört Michael als Senior Key Account Manager fest zum contify-Team. Dabei ist er sowohl für Projekte in deutscher als auch in französischer Sprache zuständig.
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