12 Wege, um produktiver zu texten

Ein Mann schreibt in sein Notizbuch Produktiver texten – mit den richtigen Tipps kein Problem.
Produktiver texten – mit den richtigen Tipps kein Problem.

Schreiben ist anstrengend. Blogbeiträge, Claims, Headlines und Sales-Mails – manchmal wirken Deine Text-Tasks so umfangreich, dass Du Deinen Laptop am liebsten gleich wieder zuklappen möchtest. Kannst Du aber nicht. Schließlich warten Deadlines, die Du halten musst. Bevor Du jetzt ohne Freude durchschnittlichen Content produzierst, jeden Tag bis Mitternacht in die Tasten haust oder alles hinschmeißt: Produktivität kannst Du lernen. Wir zeigen Dir, wie Du in weniger Zeit mehr aufs Papier bringst.

1. Schreib auf, wann Du schreiben willst!

Bevor Du mit der Textproduktion beginnst, leg zunächst fest, wann Du welchen Content angehen willst. Am besten machst Du Dir immer nach Feierabend einen Plan für den folgenden Tag. Schreibe dabei genau auf, welche Aufgabe Du machen willst, wann Du damit anfängst und wie lange diese ca. dauern wird. Die Folge: Du musst Dich nicht immer wieder aufs Neue motivieren. Denn: Was Dich produktiv und kreativ macht, ist das simple Aufschreiben, wann Du was zu tun hast

Studien aus der Psychologie haben diesen Effekt in Bezug auf Sport bestätigt: So ergab eine Untersuchung, dass lediglich 35 Prozent der Menschen ohne einen genauen Plan einmal die Woche Sport gemacht haben. Im Gegensatz dazu konnten sich 91 Prozent der Leute zu einmal die Woche Bewegung aufraffen, wenn sie ihre Übungen mit festen Terminen versehen hatten. Das kannst Du auch auf das Schreiben übertragen. Hast Du eine feste, zeitliche Zuordnung Deiner Texte, fühlst Du Dich verpflichtet, diese produktiv abzuarbeiten. Ein zusätzlicher Vorteil dieser Methode: Weil Du weißt, was Dich morgen erwartet, fängt Dein Gehirn bereits an, über Deine Herausforderung nachzudenken – ohne dass Du es merkst. Auf diese Weise fällt Dir das Texten am nächsten Tag leichter.

2. Priorisiere Deine Aufgaben!

Wenn Du Deine Aufgaben für den nächsten Tag festlegst, setze sie in keine willkürliche Reihenfolge. Priorisiere Deine Texte danach, welche Dich wirklich weiterbringen und Deine Ziele erfüllen. Besonders attraktiv sind dabei die Tasks, die wenig Zeit in Anspruch nehmen, Dich aber ein gutes Stück vorwärts bringen.

Genau in diese Richtung geht das Pareto-Prinzip, auch 80/20-Regel genannt. Das sagt aus, dass Du mit 20 Prozent Deines Zeiteinsatzes 80 Prozent Deiner Ergebnisse erreichst.

Überlege beim Anlegen Deiner To-Do-Liste also genau, welche Texte Dich wenig Zeit kosten, aber einen großen Schritt in Richtung Ziel machen lassen. Geh diese Aufgaben als Erstes an.

Komm langsam in den Tag und in die richtige Stimmung

3. Komm in Stimmung!

Auch wenn Dein Aufgaben-Plan im Detail steht, manchmal dürfte es Dir trotzdem schwer fallen, Dich mit Motivation an Deine Texte zu setzen. Bring Dich also in Stimmung. Auch hier hilft Dir eine Routine, um in den Tag zu starten. Was genau Du dafür brauchst, liegt ganz an Dir. Vielleicht machst Du gerne morgens Sport, trinkst in Ruhe Deinen Kaffee und legst dann los? Oder widmest Dich gerne bei einem grünen Smoothie Deinen fünf Lieblingsseiten im Web? Schaff Dir eine klare morgendliche Struktur, die Dir ein gutes Gefühl vermittelt und so Deine Motivation von alleine in Gang bringt.

Achte dabei aber darauf, dass Dir Deine Routine nicht zu viel Zeit nimmt. Halte den in Deinem Task-Sheet festgesetzten Arbeitsbeginn ein. So gehst Du sicher, dass Du Deine Aufgaben jeden Tag schaffst. Und: Es verleiht Kopf und Körper die Gewohnheit, Dich immer in einem bestimmten Zeitfenster an Deine Aufgaben zu setzen. Diese Macht der Gewohnheit kann im Zusammenspiel mit einer morgendlichen Routine eine Motivation schaffen, die Dich produktiv und kreativ arbeiten lässt.

4. Schreibe, wenn Du groggy bist!

Arbeitest Du an einer kreativen Ideenfindung, solltest Du Dich groggy daran setzen. Klingt komisch, funktioniert aber erstaunlich gut. Müde und weniger konzentriert findet Dein Gehirn einen breiteren und weniger vorbelasteten Ansatz, der häufig besser ist als der, den Du unter voller Konzentration erarbeitet hast. Auch das haben psychologische Studien erfasst.

Wie kann das in der Praxis aussehen? Wenn Du eher eine Nachteule bist und in der Regel abends in die Vollen gehst, setz Dich mal früh morgens an Deine Ideensammlung. Oder: Bist Du ein Frühaufsteher, versuch Dich mal abends an Deiner kreativen Herausforderung. Dabei musst Du nicht unbedingt an Deinem Laptop sitzen. Du kannst Dich auch einfach auf Bett oder Couch legen und brainstormen.

5. Schreibe an einem langweiligen Ort!

Nur die wenigsten von uns können an einer Strandbar auf Bali den Laptop aufklappen und produktiv Texte schreiben. Das hat seinen Grund: Deine Produktivität ist dann am höchsten, wenn Du möglichst wenig abgelenkt wirst. Such Dir also einen Ort, der Deinen Blick nur auf den Screen und die Notizen lenkt. Das kann ein leerer Schreibtisch, eine Couch oder der Küchentisch sein.

Wichtig ist dabei, dass Du Dich zwar für einen „langweiligen“ Ort entscheidest, Du Dich dort aber dennoch wohlfühlst. Denn sonst ist die Stimmung, die Du über Deine Morgen-Routine kreiert hast, dahin.

Fühlst Du Dich also in Deinem Lieblingscafé um die Ecke besonders wohl und lässt Dich dort nicht von anderen Leuten ablenken, ist das für Dich ein guter Platz für produktives Texten.

6. Teile Deinen Content in verschiedene Arbeitsschritte ein!

Du hast die Voraussetzungen für produktives Texten geschaffen, jetzt kannst Du Dich an Deinen Content setzen. Nach einem kurzen Blick auf den ersten Task fühlst Du Dich aber von Umfang und Schwierigkeitsgrad erschlagen? Keine Panik! Mach einen Schritt zurück und teile Deine Aufgaben in verschiedene Arbeitsschritte ein. Schreibst Du beispielsweise einen Blogpost, strukturiere diesen in Headline, Subline, Einleitung, Hauptteil und Fazit.

Mehrere, kurze Aufgaben lassen Dich immer wieder kleine Erfolge feiern, die Dir neue Motivation für die weiteren Teile geben. Ein umfangreicher Blogpost über 1000 Wörter sieht nach dieser Einteilung plötzlich nicht mehr so zeitaufwendig und schwierig aus – und lässt Dich die Aufgabe schneller lösen als angenommen.

Stell Dir einen Timer!

7. Stell Dir einen Timer!

Sobald Du Dich an Deine ersten Zeilen setzt, stell Dir einen Timer auf 25 Minuten. Sobald diese vorüber sind, lege eine 5-Minuten-Pause ein. Dieses Spielchen wiederholst Du immer wieder. Das nennt sich die Pomodoro-Methode. Wenn Du Dich jetzt fragst, warum Du Deinen kreativen Schreib-Flow nach einem Timer ausrichten solltest:

  • Du arbeitest mit der Zeit, da Du darauf bedacht bist, die kurzen 25 Minuten voll zu nutzen. Ablenkungen sind für Dich so kein Thema mehr.
  • Dir fällt es leichter, Dich nach der Pause wieder dran zu setzen, da Du einen Prozess unterbrochen hast, der nicht beendet war, von dem Du aber weißt, wie er weitergeht. Das gibt Dir die Motivation, mit voller Energie die nächsten 25 Minuten anzugehen.
  • Du vermeidest ein schnelles müde werden. Bekommt Dein Gehirn 10 Minuten Pause in der Stunde, kann es sich erholen, so dass Du mit voller Kraft wieder loslegen kannst.

Wichtig ist bei der Pomodoro-Methode, dass Du die Pausen wirklich einhältst. Kein weiteres Nachdenken über die Aufgabe. Mach Dir einen Kaffee, unterhalte Dich mit Kollegen und Freunden oder lehn Dich einfach nur zurück und versuche mal 5 Minuten an gar nichts zu denken.

8. Mach mal langsam!

Wenn Du Dir vornimmst, jede Minute mit maximaler Energie an Deinen Texten zu sitzen, kann das hemmend wirken. Der Druck, mit all Deiner Kraft produktiv gute Texte auf die Beine zu stellen, fühlt sich dann oft nicht motivierend, sondern hinderlich an. Versuch daher mal, Dich nur mit 90 Prozent Power an Deinen Blogpost oder White Paper zu setzen. Du wirst sehen: Ohne die volle Anstrengung reihst Du Zeile an Zeile – und produziert mehr guten Text in kürzerer Zeit.

Hast Du Dir den Timer auf 25 Minuten gestellt, lass Dich auch davon nicht stressen. Vielleicht hemmt Dich das Zeitlimit in Deinen ersten Versuchen, lässt Du aber auch hier im Kopf einmal locker und gehst die Sache mit 90 Prozent an, produzierst Du in diesen 25 Minuten locker aus dem Handgelenk enorme Textmengen.

Um dieses Mindset zu verinnerlichen, hilft es, Dir lächerlich niedrige Tagesziele zu setzen. Wenn möglich, setz auf Deine Aufgabenliste mal nur einen kurzen News-Post über 100 Wörter. Das befreit Dich von allen Deadline-Druck-Gefühlen und lässt Dich frei die 90-Prozent-Methode austesten. Wenn Du diese in Deinen Alltag übernommen hast, kannst Du jederzeit die Tagesziele höher setzen.

9. Schreibe kleine Ergänzungen zum Schluss!

Welcher Texter kennt das nicht? Während Du voll im Schreibfluss bist, fehlt Dir eine kleine Information. Du klickst Dich in Google oder in Deine Evernote-Notizen und machst Dich auf die Suche nach dem passenden Fakt oder Zitat – und suchst auch nach 20 Minuten noch danach. Ob Du die Info findest oder nicht, danach wird es Dir garantiert schwer fallen, in Deinen Flow zurückzukehren. Um das zu vermeiden, mach Dir jedes Mal, wenn Dir eine kurze Info fehlt, eine kleine Notiz in den Text. Das kann der klassische Editor-Slang „TK“ (to come) oder Dein eigener kurzer Hinweis wie „Beleg heraussuchen“ sein.

Damit Du nicht alle drei Zeilen einen derartigen Hinweis einfügen musst, solltest Du Schreiben und Recherchieren stets voneinander trennen. Behandele beide als einen eigenen Prozess. Auf diese Weise kommst Du sowohl beim Schreiben als auch beim Recherchieren in einen produktiven Flow, ohne Unterbrechungen und ohne Ablenkungen.

10. Lass Deine Ideen sacken!

Dein erster Entwurf steht, Du hast Deine Ideen das erste Mal zu (Word-)Papier gebracht. Klapp den Laptop zu und lass das Ganze sacken. Ob nur eine Stunde oder bis zum nächsten Tag: Indem Du Zeit zwischen Dich und Deinen ersten Entwurf bringst, überprüft Dein Gehirn automatisch Deinen Content. Dabei kann es passieren, dass Dir plötzlich neue Ideen in den Kopf schießen, die Dich den Text in Deinem zweiten Lauf schneller und besser anpassen lassen. Auch wenn Dir diese Pause anfangs schwer fallen sollte, versuch sie regelmäßig in Deinen Tagesablauf einzubauen.

Gib schlechten Entwürfen eine zweite Chance.

11. Gib schlechten Entwürfen eine zweite Chance!

Du hast Dich an alle Tricks gehalten, aber Dein erster Entwurf ist qualitativ trotzdem bescheiden ausgefallen? Bevor Du die Datei jetzt in den virtuellen Mülleimer wirfst, bring noch einmal etwas Abstand zwischen Dich und diese Zeilen. Denn: Das Löschen von bereits produzierten Texten ist einer der größten Produktivitätskiller.

Wenn Du Dich erneut an den Entwurf setzt, mach Dir klar:

  • Warum warst Du ursprünglich von der Idee begeistert?
  • Was könnten Leser an dem Artikel spannend finden?
  • Was ist Dir bisher gut gelungen?

Kurz gesagt: Konzentriere Dich auf das, was Du gut gemacht hast und entwickele das weiter. Dann kannst Du aus einem schlechten Ansatz einen guten Beitrag formen. So ist die bisher verwendete Zeit nicht umsonst gewesen.

12. Bau Dir Brücken für morgen!

Dein Laptop ist zu, der Tag geschafft. Damit Du morgen wieder genauso motiviert an Deine Aufgaben herangehst, bau Dir eine Brücke bis dahin. Das funktioniert so: Hör genau dann mit dem Schreiben auf, wenn Du eigentlich schon weißt, was Du als nächstes für Deinen Artikel tun würdest (zu Ende schreiben, überarbeiten, veröffentlichen etc.). Das trägst Du dann gemäß Punkt 1 in Deine Aufgabenliste ein. Hör also mit dem Schreiben auf, bevor Du vollkommen ausgelaugt bist und nimm die verbleibende Energie und die Motivation, die Aufgabe zu Ende zu bringen, mit in den nächsten Tag. Auf diese Weise startest Du mit viel Kraft und einem klaren Ziel vor Augen immer wieder neu durch.

Michael Christl, Senior Key Account Manager
Michael Christl hat Politikwissenschaften, Kriminologie und Soziologie in Würzburg studiert. Schon früh entwickelte er ein Gespür für Sprache. Nach seinem Abschluss als Magister arbeitete er zunächst als freischaffender Texter. Seit 2014 gehört Michael als Senior Key Account Manager fest zum Contify-Team. Dabei ist er sowohl für Projekte in deutscher als auch in französischer Sprache zuständig.
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