Auch im Urlaub in sozialen Netzen sichtbar – die besten Tools

Ein Tisch mit Muscheln befüllt und der Abdruck eines Laptops Tausche Laptop gegen Strand.

Tausche Laptop gegen Strand.

Auch der beste Content- oder Social-Media-Manager braucht mal Urlaub. Und mit den richtigen Werkzeugen bemerkt die Audience davon nichts. Präsent bleiben und trotzdem Urlaub machen – alles eine Frage der Automatisierung.

Wer in einem größeren Unternehmen arbeitet, das seine Aktivitäten in den sozialen Netzwerken von einem Team schultern lässt, kann ganz beruhigt Urlaub machen. Die Kollegen werden sich dann während der Abwesenheit schon darum kümmern, dass die News-Kanäle weiterhin bestückt werden. Das sieht bei kleineren Firmen oder Selbstständigen schon anders aus. Dann müssen eben auch noch im Urlaub Postings veröffentlicht werden, oder man riskiert, seine gute Position in den sozialen Netzen durch eine längere „Funkstille“ zu verschlechtern. Mit Werkzeugen für die Automatisierung gibt es für die User immer noch Neuigkeiten, obwohl der Verantwortliche sich gar nicht um den Kanal kümmert.

Vor- und Nachteile abwägen

Die Automatisierung eignet sich aus naheliegenden Gründen nicht für jeden Kanal und jede Strategie. Werden Twitter und Facebook dafür genutzt, Kunden auch Produktunterstützung anzubieten, können deren Anfragen schlecht für einige Tage liegenbleiben. Das Echo der Nutzer dürfte entsprechend ausfallen. Hier helfen solche Tools nicht weiter. Generell arbeiten alle Automatisierungswerkzeuge nach dem gleichen Prinzip. Sie werden mit vorbereiteten Postings bestückt, die dann anhand eines Zeitplans automatisch veröffentlicht werden. Das spart auch im Alltag Zeit. Zu den Nachteilen gehört indes natürlich, dass eine direkte Interaktion mit einem anderen Nutzer genauso wenig möglich ist, wie es auch nicht gelingen kann, auf aktuelle Ereignisse einzugehen. Schlimmstenfalls wird ein witziges Bild zum Thema Wasser gepostet, während es irgendwo im Land wegen eines Starkregens zu einem Erdrutsch gekommen ist. Bevor Ihr Euch für den Einsatz eines Tools entscheidet, solltet Ihr die Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen.

Postings zeitgesteuert veröffentlichen

Mit den richtigen Werkzeugen können Postings in diversen Netzwerken im Voraus geplant und eingestellt werden. Ist der Zeitpunkt für die Veröffentlichung gekommen, versendet das System des Anbieters den Beitrag. Dazu werden die Accounts auf den Servern zunächst eingerichtet. Das ist auch bereits streng genommen das einzige damit verbundene Risiko, da es immerhin möglich wäre, dass der Betreiber während Eurer Abwesenheit Ziel eines Angriffs wird und Passwörter kopiert werden.

Alle Services nutzen ein Freemium-Modell. Wer ein kostenloses Benutzerkonto eröffnet, muss also mit Einschränkungen leben. Diese betreffen etwa die Zahl der Netzwerke, die eingerichtet werden können. Oder auch die Zahl der Beiträge, die geplant werden dürfen. Wer die sozialen Medien intensiv und geschäftlich nutzt, fährt mit einem Profi-Account in aller Regel besser.

  • Buffer: Zählt sicherlich zu den bekanntesten Diensten, um Postings in diversen Kanälen zu automatisieren. Im kostenlosen Konto kann lediglich ein Nutzeraccount eingerichtet werden. Außerdem lassen sich nur 10 Beiträge vorausplanen. Der sogenannte Awesome-Plan dagegen ermöglicht bis zu 100 Beiträge pro Netzwerk. Es können bis zu 10 verschiedene Konten bei Twitter, Facebook, G+, Linkedin, Pinterest und Instagram eingerichtet werden. Für Buffer gibt es auch eine Browser-Erweiterung, mit der sich interessante Fundstücke aus dem Web leicht teilen lassen. Neben der festen Zeitplanung können die Elemente auch automatisch terminiert werden. Hier nutzt Buffer dann einen Zeitpunkt, zu dem die höchste Wahrscheinlichkeit für eine Interaktion besteht. Dies berücksichtigt dann auch besonders erfolgreiche Beiträge von Euch. 10 US-Dollar pro Monat kostet der Awesome-Plan.
  • Hootsuite: Bietet die gleichen Grundfunktionen für die Vorausplanung wie Buffer, erlaubt aber bereits im kostenlosen Plan die Anlage von bis zu 3 Profilen. Wer mehr Netzwerke einrichten möchte und auch gleich einen ganzen Berg an Postings planen muss, nutzt den Pro-Account, der knapp 15 Euro im Monat kostet. Bis zu 10 Benutzer können dann an der gleichen Basis arbeiten. Hootsuite ist also auch sehr gut für Teams geeignet, die gemeinsam die Aktivitäten in Social Media in einer Firma koordinieren.

Hootsuite bietet eine selbsterklärende Oberfläche zur Planung.
Screenshot aus Hootsuite
  • Socialpilot: Erlaubt in der Gratisversion die Planung von 30 Beiträgen und bis zu 3 Benutzerprofile. Allerdings werden in dieser Variante keine Auswertungen zur Verfügung gestellt. Wie viele Klicks erreicht wurden, bleibt also unbekannt. Für 10 US-Dollar im Monat erhält man nicht nur die Analyse, sondern kann 10 Benutzerkonten bei Netzwerken pflegen und bis zu 1000 Beiträge bereits vorbereiten. Das sollte auf jeden Fall auch für einen längeren Urlaub reichen.
  • Scompler: Nur mit dem automatisierten Posten von Beiträgen wäre dieses Tool genauso unterfordert wie Hootsuite, denn Scompler kann sehr viel mehr. Aber natürlich auch das zeitgesteuerte Veröffentlichen von Artikeln aller Art. Im Kern ist es ein umfassendes Redaktionssystem für alle Aktivitäten in sozialen Netzwerken und der Contentproduktion. Von der Themenfindung über die Produktion und der Nachverfolgung der Arbeitsschritte bis zur Veröffentlichung. Alles bleibt auch in großen Teams transparent. Wer mehr Netzwerke als Twitter und Facebook betreut, der braucht wenigstens das One+ Paket. Das gibt es ab 19 Euro pro Monat.
Auch bei Scompler ist das Entwerfen und Planen von Beiträgen kein Problem.

Screenshot aus Scompler

Besonderheiten der Netzwerke berücksichtigen!

Natürlich ist es besonders in der hektischen Zeit vor einem Urlaub verlockend, möglichst viele Postings vorzubereiten und dabei auch die Optionen für den Einsatz des gleichen Beitrags in verschiedenen Netzen zu benutzen. Aber das wäre im Sinne eines erfolgreichen Content-Marketing schlicht falsch. Achtet deshalb auf diese Punkte:

  • Individualisiert die Beiträge für jedes Netzwerk! Twitter, Facebook oder Instagram erfordern jeweils eine eigene Ansprache der Nutzer. Auch wenn im Prinzip der gleiche Content hinter allen Beiträgen steckt, solltet ihr ihn an das jeweilige Netzwerk anpassen.
  • Zeitplan abstimmen: Bei der Planung der Veröffentlichungstermine solltet Ihr Euch einerseits natürlich an Euren eigenen Redaktionsplan halten, zum anderen an die Zeiten, die statistisch die höchsten Chancen auf Interaktion mit den Nutzern haben, also bei Twitter etwa zwischen 8 Uhr und 10 Uhr.
  • Außerdem sollte die optimale Frequenz der einzelnen Netzwerke berücksichtigt werden. Natürlich in Abhängigkeit zur Intensität Eurer anderen Postings.

 

Postings automatisieren

Ein Redaktionssystem wie WordPress kann Beiträge ebenfalls zeitgesteuert veröffentlichen. Meistens werden diese lediglich durch die Überschrift und die URL angekündigt. In einem so einfachen Fall könnt Ihr auch ausnahmsweise einmal gleichlautende Postings nutzen. Dazu braucht Ihr dann aber nicht unbedingt einen der vorgestellten Dienste. Entweder Ihr nutzt ein Plug-in für das CMS für die Aufgabe. Ein wahres Wunderwerkzeug in dieser Hinsicht ist auch IFTTT. Falls Ihr es noch nicht kennt: Der Name des Dienstes leitet sich von „If this then that“ ab, und das beschreibt auch bereits ziemlich gut die Funktionsweise. Der Server überwacht Cloud-Dienste und wartet auf den Eintritt eines bestimmten Ereignisses. Wie etwa das neue Posting. Tritt das Ereignis ein, wird dann eine definierte Aktion ausgeführt, also etwa das Posten eines Beitrags. Das funktioniert wirklich hervorragend und ist auch kostenlos.

Tipp: Man muss das Rad nicht stets neu erfinden. Eine Option, den gleichen Inhalt möglichst ressourcenschonend zu nutzen, besteht darin, einzelne Aspekte oder Elemente herauszugreifen und diese in einzelne Beiträge zu packen, zum Beispiel Grafiken aus einem Blogposting.

Michael Christl hat Politikwissenschaften, Kriminologie und Soziologie in Würzburg studiert. Schon früh entwickelte er ein Gespür für Sprache. Nach seinem Abschluss als Magister arbeitete er zunächst als freischaffender Texter. Seit 2014 gehört Michael als Senior Key Account Manager fest zum contify-Team. Dabei ist er sowohl für Projekte in deutscher als auch in französischer Sprache zuständig.
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