Local SEO – in der mobilen Suche ganz vorn sein

Gerade in engen Branchen ist es wichtig, sich um seinen Eintrag bei Google zu kümmern, um bei der Suche auf den Top-Platzierungen aufzutauchen.
Screenshot einer lokalen Google-Maps Suche nach griechischen Restaurants.

"Wo ist denn hier in der Nähe ein griechisches Restaurant?" "Wo gibt es einen Notdienst für mein defektes Türschloss?" Das sind nur zwei Beispiele für die Recherche zwischendurch, die immer mehr Nutzer schnell mit dem Smartphone erledigen. Bis das Notebook hochgefahren ist, hat Google die Antwort schon längst geliefert. Gerade in umkämpften Branchen ist es wichtig, vor anderen Unternehmen auf der Liste der Ergebnisse bei der mobilen Suche von Google zu erscheinen.

Ranking-Faktoren bei der Lokalen Suche

Der aktuelle Standort des Nutzers hat großen Einfluss auf die Position eines angezeigten Eintrags auf der Ergebnisseite der mobilen Suche. Das ist aber zugleich auch die Variable in dem Spiel, die ein Unternehmen nicht in der Hand hat. Denn schließlich kann das eigene Geschäft ja nicht mal eben umziehen. Beeinflussen können die Anbieter aber eine ganze Reihe von Faktoren, die beim Ranking eine Rolle spielen:

  • Signals von Google My Business: Ein Eintrag auf Googles Firmenseite ist Pflicht.
  • Signale von externen Webseiten
  • Verlinkungen
  • Bewertungen
  • Signale aus sozialen Medien
  • Informationen über die mobile Nutzung des Angebots.

Seiten mobil optimieren

Es mag sich wie eine Binsenweisheit anhören, aber die Menschen suchen unterwegs eben mit mobilen Geräten. Smartphone und Tablet stellen ganz andere Ansprüche an den Content als der klassische Desktop-PC. Deswegen ist es unbedingt notwendig, dass Ihr die Inhalte im Blog, auf der Unternehmenssite oder im Shop für mobile Geräte optimiert. Die Seite muss sich nicht nur schnell aufbauen, sondern optisch perfekt auf unterschiedlichen Displaygrößen aussehen und dabei bedienbar bleiben.

Schalter und Icons müssen sich mit dem Finger tippen lassen und sich ihre Funktion dem Nutzer schnell erschließen. Werden Informationen in einem Formular abgefragt, dann ist es ein großer Vorteil, wenn der Nutzer auch Hilfen beim Ausfüllen bekommt, zum Beispiel mit den besonderen Drehschaltern der Handytastatur. Am besten macht Ihr bei Google einmal selbst den Test für Euer Angebot.

Google My Business Account einrichten

Als Basis für die lokale Suchmaschinenoptimierung dient ein Konto bei Google My Business. Das könnt Ihr direkt auf der Startseite des Angebots mit wenigen Mausklicks eröffnen. Damit niemand einen Eintrag beispielsweise für einen Konkurrenten eröffnet, muss die Inhaberschaft des Kontos bestätigt werden. Dazu wird ein Code angefordert, der per Post an die hinterlegte Adresse geschickt wird. Er wird später bei Google eingetragen. Das wird im Anschreiben aber genau erklärt.

Beim Ausfüllen des Profils ist Sorgfalt wichtig. Firmenname und Adresse sollten überall konsistent genutzt werden.
Screenshot einer ausgefüllten Google MyBusiness Seite.

Wichtig beim Ausfüllen des Profils ist, möglichst vollständige und exakte Angaben zum Unternehmen zu machen. Dabei kann man sich an der Formel "NAP" orientieren.

  • Name: Der komplette und vollständige Firmenname. Zusätzlich kann auch noch die Dienstleistung oder das Angebot genannt werden.
  • Adresse: Die Besucheradresse, unter der Kunden den Laden oder Betrieb erreichen.
  • Telefonnummer (Phone): Die Rufnummer in einer konsistenten Schreibweise, die sich an den internationalen Normen orientieren sollte. Am besten ist die Nutzung der DIN 5008. Dann sieht ein Eintrag bspw. so aus: +49 40 123456-789. Varianten, wie sie etwa die Softwarehersteller von Adressbüchern gern einsetzen, sind nicht empfehlenswert. Und das schon aus dem Grund, dass die automatische Wählfunktion des Telefons mit anderen Formaten aus dem Tritt kommen kann.

Diese Angaben sollten überall identisch sein, d.h. nicht nur bei Google genutzt werden, sondern in jedem Verzeichnis, in welches das Unternehmen aufgenommen wird, exakt gleich sein.

Die weitere Ausgestaltung der Business-Seite ist Euch überlassen. Auch wenn es reizvoll erscheint, möglichst individuelle Bezeichnungen für Produkte oder Dienstleistungen zu verwenden. Es ist besser, sich an die vorgeschlagenen Kategorien zu halten.

Ergänzt wird der Beitrag mit

  • Fotos: Das kann das Ladenlokal aus verschiedenen Perspektiven sein, oder auch eine Außenansicht des Geschäftssitzes. Hauptsache die Seite sieht lebendig aus.
  • Öffnungszeiten: Angaben zu den Geschäftszeiten sind ebenfalls ein Muss, sofern denn Kunden direkt vorbeikommen können.

Bewertungen einholen

Wenn zwei chinesische Restaurants in der Nähe sind, die Ihr beide nicht kennt. Welches würdet Ihr besuchen? Das mit den guten Bewertungen oder das andere, das vielleicht noch gar keine Rezension besitzt? Wer nicht auf Überraschungen steht, wird wahrscheinlich das erste wählen. Und das tun andere Menschen auch. Deswegen sind Bewertungen ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg in der lokalen Suche.

Wenn der Brancheneintrag bei Google gerade erst freigegeben wurde, ist es wichtig, möglichst schnell erste (hoffentlich positive) Bewertungen zu erhalten. Und das geht am schnellsten, wenn man zufriedene Kunden darum bittet. Das kann durch einen Druck auf einem Coupon, ein Mailing an die Kunden oder auch über die Rückseite der Visitenkarte erfolgen. Hauptsache die URL der Google-Seite ist schnell gefunden.

Google bietet auch noch weitere Dienste rund um die Firmenseite an, beispielsweise das Update von Beiträgen auf Google plus oder das Buchen von Anzeigen.
Screenshot weiterer Google-Dienste mit Bewertungen, Google+, Google Analytics und der Möglichkeit, benutzerdefinierte URLs zu wählen.

Einträge bei weiteren Verzeichnissen anlegen

Jetzt kommt die NAP-Formel wieder ins Spiel. Wie bereits geschrieben, nutzt Google auch Signale aus anderen Verzeichnissen. Deswegen legt Ihr am besten weitere Einträge zum Unternehmen in der gleichen Form bei weiteren (Branchen-) Verzeichnissen an. Zum Beispiel:

  • gelbeseiten.de
  • dasoertliche.de
  • meinestadt.de
  • yelp.de
  • kennstdueinen.de
  • Apple Maps

Schließlich dürfen natürlich soziale Netzwerke nicht vergessen werden. Für (fast) jedes Geschäft ist ein Eintrag auf Facebook schon Pflicht. Zumal dieser auch von Google mit berücksichtigt wird.

Onpage-Optimierung

Die Optimierung der eigenen Seite für die mobile Suche unterscheidet sich nicht von bisher genutzten Strategien. Auf die Startseite gehören auf jeden Fall die NAP-Angaben, zum Beispiel im Footer.

Die Hauptüberschrift (HTML Element H1) sollte den Firmennamen und den Standort bzw. das Liefergebiet enthalten. Denkt auch an die Meta-Beschreibung. Hier bitte nicht den Fehler machen und der Meinung sein, man müsse dort für Google schreiben. Die Google-Algorithmen berücksichtigen die Beschreibung schon längere Zeit nicht mehr in gleichem Maß wie es einmal der Fall war. Die Beschreibung ist also für die Kunden. Nicht für die Suchmaschinen.

Sprachsteuerung bedenken

Die Bedeutung sprachgesteuerter Assistenten wie Siri, Google Now oder Alexa wird in der nächsten Zeit deutlich zunehmen. Deswegen ist es ratsam, sich auch gleich beim Schreiben der Inhalte darauf vorzubereiten. Der Content im Shop oder auf Unternehmensseiten sollte deswegen keine Stichpunkte enthalten. Menschen fragen nicht "bester Uhrmacher Hamburg", sondern "Wer ist der beste Uhrmacher in Hamburg". Die Texte auf der Site sollten genau solche Fragen aufgreifen und auch beantworten.

Michael Christl, Senior Key Account Manager

Michael Christl hat Politikwissenschaften, Kriminologie und Soziologie in Würzburg studiert. Schon früh entwickelte er ein Gespür für Sprache. Nach seinem Abschluss als Magister arbeitete er zunächst als freischaffender Texter. Seit 2014 gehört Michael als Senior Key Account Manager fest zum Contify-Team. Dabei ist er sowohl für Projekte in deutscher als auch in französischer Sprache zuständig.

 

 

 

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