contify SEO-Rückblick - Juni 2019

SEO Rückblick Titelbild zeigt glatzköpfigen Mann mit Lupe und Pfeife Titelbild des contify SEO Rückblicks für Juni 2019
Titelbild des contify SEO Rückblicks für Juni 2019

1. Google Core Update im Juni 2019

Wie schon im letzten Monatsrückblick angesprochen, war das Google Core Update wohl das Hauptthema des Monats und in aller Munde. Zahlreiche Diskussionen in den Social-Media-Kanälen handelten von Verlierern und Gewinnern und es tauchte erneut die Frage auf, welche SEO-Maßnahmen denn die richtigen sind, um vor einem Google Update mit einem einigermaßen stabilen Ranking gewappnet zu sein. 

Danny Sullivan von Google bestätigte, dass das Core Update vom Juni 2019, das am 3. Juni veröffentlicht wurde, am 8. Juni abgeschlossen wurde.

Es dauerte nur ungefähr fünf Tage, bis Google dieses Google-Kernupdate fertiggestellt hatte. Das Update begann am Montag, dem 3. Juni, und endete am Samstag, dem 8. Juni. In der Regel dauert es einige Zeit, bis solche Updates ganz vollendet sind, da Google sehr viele Server und Rechenzentren auf der ganzen Welt betreibt. Im Gegensatz zu früheren Updates, die sich zum Teil über Wochen hinzogen, war das Google Update vom Juni jedoch verhältnismäßig schnell vollzogen. 

Nachfolgend erscheint ein Twitter-Screenshot vom 8. Juni zur Aussage von Googles Danny Sullivan, der auf die Frage von Berry Schwartz zum Verlauf des Google Updates antwortet:

Twitter-Tweet über Google Core Update vom Juni 2019
Screenshot zeigt Twitter-Diskussion zum Google Core Update Juni 2019

Es war auch das erste Mal, dass Google ein Core Update bereits vorangekündigt hatte. Dass sich tatsächlich Änderungen am Ranking vollzogen hatten, war dann auch gut in den klassischen Ranking Trackern wie z.B. Rank Ranger oder Searchmetrics zu sehen. Inzwischen gibt es aber auch schon detailliertere Ergebnisse, die z.B. von Sistrix veröffentlicht worden sind. Dort kann auch eine Liste der Gewinner und Verlierer eingesehen werden.

Hiernach konnte beispielsweise die Webseite „deutsche-apotheker-zeitung.de“ ihre Sichtbarkeit um 80% steigern. Im Gegenzug dazu haben die Webseiten „augen-lasern-vergleich.de“ und „zentrum-der-gesundheit.de“ mehr als die Hälfte ihrer Sichtbarkeit verloren. Klar sind das jetzt keine weltbekannten Seiten, jedoch ist offensichtlich, dass es gerade in der Gesundheits- und Medikamentenbranche zu radikalen Veränderungen bei den Rankings kam.

Es bleibt also weiterhin spannend, wie sich das letzte Google Core Update auf das Ranking thematisch weiter entfernter Seiten auswirken wird. Eine todsichere Handlungsempfehlung zum Umgang mit Seiten, die aufgrund eines Google Updates von einem schlechteren Ranking betroffen sind, gibt es da einfach nicht. Jedoch verwies John Müller wiederholt auf die Google Quality Guideline, um sich an dieser grundlegenden Checkliste für die Qualität einer Webseite als Richtlinie einigermaßen orientieren zu können.

2. Geduld bei Redesigns von Webseiten

Laut Google kann es bis zu drei Monate dauern, um das Redesign einer Webseite im Index zu verarbeiten. Davon sind alle grundlegenden Änderungen an Webseiten betroffen, wie z.B. die Verwendung eines anderen CMS, ein anderes Framework oder der Wechsel von PHP auf JavaScript. Resultate in den Suchergebnissen können 1 bis 3 Monate dauern.

Interessanterweise kann auch das bloße Wechseln eines Themes von Google als Redesign betrachtet werden, da sich hierbei meist auch die Darstellung und die Verlinkung der Seiten ändern. Daher gilt es auch hier, einiges an Geduld mitzubringen, bis sich entsprechende Änderungen letztlich in den Suchergebnissen niederschlagen.

Wichtiges Thema in diesem Zusammenhang ist das Setzen relevanter Redirects zum Vermeiden von 404-Fehlern, um die richtige Weiterleitung verwaister Seiten auf neue themenrelevante Inhalte sicherzustellen.

3. Sind Alt-Texte bei Bildern nicht immer zwingend erforderlich?

Der Alt-Text, den man über ein Alt-attribut definieren kann, liefert ergänzende oder zusätzliche Informationen zu einem Bild. Diese Beschreibung der Bilder hilft den Suchmaschinen dabei, die Bilder einzuordnen und auch Menschen mit einer starken Sehbehinderung den Inhalt der Bilder vorlesen zu lassen.

Für die SEO-Arbeit galt eigentlich grundsätzlich die Regel, für alle wichtigen Bilder ein Alt-Attribut mit Alt-Text zu verwenden. Gary Illyes von Google äußerte sich zu dem Thema und sagte, dass in manchen Fällen das Alt-Attribut auch weggelassen werden könne. Jedoch haben die Suchmaschinen in diesem Fall auch weniger Informationen, um auf den genauen Inhalt eines Bildes zu schließen.

Es kann aber dann in manchen Fällen zu deutlichen Auswirkungen auf den Traffic aus der Google-Bildersuche kommen. Auch das Ranking hängt von der Qualität des Textes ab, der das Bild beschreibt, sowie von der Frage, ob das Bild zusätzlich noch eine Bildunterschrift beinhaltet.

Doch nicht nur für die Bildersuche hat der Text aus dem Alt-Attribut eine Bedeutung. Google verwendet ihn auch für die Relevanzbewertung in der Websuche. Das erklärte Johannes Müller jetzt per Twitter. Demnach können Webseiten sehr wohl auch für Inhalte aus dem Alt-Attribut ranken.

Twitter-Tweet zur Verwendung von Alt-Text bei Bildern
Screenshot zeigt Twitter Diskussion über Alt-Text

Die Empfehlung geht aber klar in die Richtung, weiterhin den Alt-Text für Bilder zu verwenden. Vor allem, wenn die Bilder für die Webseite wichtig sind, sollte an dieser Stelle kein Risiko eingegangen werden. Denn grundsätzlich kann Google alle HTML-Inhalte einer Webseite für die Darstellung in den Suchergebnissen verwenden.

4. Neue Features in der Google Search Console:

In der Google Search Console werden seit letzter Woche zwei neue Funktionen angezeigt.

Befindet man sich auf der Indexabdeckungsseite in der Search Console, wird man jetzt in der oberen Leiste über dem Grafen ein neues Infofeld zum verwendeten User Agent entdecken. Dabei wird zwischen den beiden User-Agent-Typen des Googlebots für Desktop und Smartphone unterschieden.

Neues Info-Feld über den Googlebot Hauptcrawler
Screenshot zeigt Google Search Console mit dem Feld: Haupt Crawler

Mit diesem Hinweis lässt sich auf einen Blick erkennen, welcher Googlebot die Webseite zuletzt besucht und gecrawlt hat. Für die Betreiber der Webseiten soll die neue Funktion laut Aussage von Google Webmasters auf Twitter aufzeigen, zu welchem Zeitraum und mit welchem Bot Google die Webseite zuletzt gecrawlt hat und ob es mögliche Folgen auf die Leistungswerte in der Google Search Console gehabt haben könnte.

Über eine weitere Neuheit berichtete Eli Schwartz bei Twitter, wonach er beobachtet hatte, dass die Search Console den Webseitenbetreiber neuerdings auch über Änderungen an der Top-Suchanfrage einer Domain in Form von Push-Nachrichten informiert.

Push-Nachricht der Search Console über Veränderungen in den Top-Suchergebnissen
Bild zeigt eine Beispielmeldung über Veränderungen in den Top-Suchergebnissen

5. Fazit SEO-Rückblick im Juni

Neben den zahlreichen Blogposts und Newsartikeln über das Anfang Juni vollzogenen Google Core Updates, waren weitere SEO-Themen zur Onpage-Optimierung wie die Verwendung der richtigen Texte bei Bildern oder die Probleme mit der Indexierung von URLs nach einer Template-Anpassung gestreut. Die Search Console stellt nach und nach weitere Neuerungen vor, die den SEO-Audit für die Webseitenbetreiber flexibler gestalten.

Der Mobile First Index wird definitiv weiter ausgebaut und als SEO muss die Grätsche zwischen Desktop- und Mobile-Optimierung stark differenziert werden, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Keine leichte Aufgabe, gerade wenn im B2B-Bereich zahlreiche Webseiten technisch längst veraltet sind und das Layout weder responsiv noch besonders nutzerfreundlich gestaltet ist.

Bild zeigt Romain Hill
Romain Hill hat E-Commerce an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Würzburg studiert. Seit 2017 ergänzt Romain als SEO Manager das contify-Team. Dabei betreut er die Kunden bei SEO-Projekten und trägt mit seinen langjährigen Kenntnissen in der redaktionellen Arbeit und seiner Erfahrung aus der Webentwicklung zur Optimierung und Analyse von WEB-Content bei.
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