contify - SEO Rückblick - Februar 2019

contify Mann mit Lupe: SEO Rückblick contify SEO Blog Rückblick für Februar 2019
contify SEO Blog Rückblick für Februar 2019

1. Google scannt und crawl URLs  in privaten YouTube-Videos

Auf austinburk’s blog wurde ein Experiment veröffentlicht, bei dem ein Nutzer ein Video bei You Tube hochgeladen hat, welches eine Sicherheitslücke enthielt. Bei Überprüfung des betreffenden Server Logfiles  wurde der User zufällig auf den neuen User-Agent namens „Google-Youtube-Links“ aufmerksam. Weitere darauffolgende Tests mit fiktiven URLs bestätigten die Vermutung des Einsatzes einer Optical Character Recognition (OCR) seitens YouTube in den hochgeladenen Videos.

Doch der neu entdeckte Crawler (User-Agent) wurde nicht in der offiziellen Liste der Googlebots aufgeführt.

Google selbst äußerte sich nicht zu diesem Vorgehen. Neugierige Fragen von Nutzern im Webmaster Central Help Forum blieben bisher unbeantwortet.

Dies bedeutet, dass Nutzer keine einleuchtende Erklärung dafür erhalten, warum die Videos gecrawlt oder private YouTube Videos mit OCR gescannt werden, um Links darin zu erkennen.

Die Illusion der Privatsphäre

Das Szenario, in dem selbst in privaten Videos bei YouTube nach URL gecrawlt wird und die fehlende Transparenz, wie mit den gewonnenen Informationen umgegangen wird, ist für viele User eher beunruhigend.

Auch in den Google Datenschutzeinstellungen zu hochgeladenen Videos gibt es keine Passage, die davon handelt, dass URL in privaten Videos gecrawlt werden.

Fehlende Transparenz bei den Datenschutzeinstellungen für Private You Tube Videos
Die You Tube Datenschutzeinstellungen

Ob sich das crawlen der URL in Videos bei YouTube z.B. auch auf das Ranking anderer Seiten auswirken kann, bleibt abzuwarten und ist ein beängstigendes Thema. Ob OCR oder Gesichtserkennung: Was wirklich hinter undurchsichtigen Türen der Mega Konzerne auch an Daten gesammelt wird; es spielt wohl eine nicht unerhebliche Rolle in der Sicherheit scanbarer Inhalte und des Datenschutzes.


2. Google empfiehlt Redirects mehrere Jahre beizubehalten

Redirects werden immer dann empfohlen, wenn bestimmter Content einer Webseite auf eine andere Stelle verschoben wird oder wenn ein Domainwechsel oder Domainumzug bevorsteht.

In der Regel werden alle umgezogenen Seiten unter Verwendung eines 301-Redirects in der .htaccess Datei neu zugewiesen.

Durch folgende Anweisung wird z.B. die Seite home.de/alte-seite.hmtl auf die URL home.de/neue-seite.html dauerhaft weitergeleitet:

RewriteRule ^neues\.html$   /aktuelles.html [R=301,L] 

Am Ende der RewriteRule Zeile wird der Code für die Weiterleitung (Redirect) in eckigen Klammern angegeben. Mit dem zusätzlichen Parameter L (Letzter, Last) kann man festlegen, dass die weiteren Anweisungen in der .htaccess Datei ignoriert werden sollen, wenn diese Regel zutrifft.

Wurden alle wichtigen internen und externen Links auf die neue Adresse weitergeleitet, sollten die Weiterleitungen laut John Müller von Google für ein paar Jahre bestehen bleiben. Es gilt solange abzuwarten, bis keine Nutzer mehr den alten Link anklicken. Bis das geschieht, könnten immer noch einige User auf den alten Link Zugriff haben und eine Fehlermeldung beim Folgen des Links erhalten.

Tweet von John Müller (Google) auf Twitter über die Dauer eines Redirects
Screenshot des Tweets von John Müller zum Thema „Redirects“

Um zu erkennen, wann es soweit ist, dass die Redirects aufgelöst werden können, sollte der Traffic auf die alten URL genau beobachtet werden.

Faustregel: 301-Umleitungen sollten idealerweise ein paar Jahre lang bestehen bleiben mindestens jedoch 1 Jahr.

Ob Google aber auch erkennt, dass externe Links auch nach Entfernung des Redirects auf die neuen URL umgeleitet werden, muss abgewartet werden.


3. Google Site Abfrage enthält längst weitergeleitete Seiten

Auf Twitter wurde dieser Spezialfall heftig diskutiert. Denn einmal eingerichtete Redirects sollten auf die neue URL verweisen und nicht mehr über die Google Site Abfrage erreichbar sein.

Als Beispielseite dient die Domain thesweethome.com, für die vor einem Jahr eine Weiterleitung auf die neue URL thewirecutter.com eingerichtet worden war. Trotz der Weiterleitung wurden aber bei der Google-Suche mittels der „Site:“ Abfrage nach thesweethome.com, noch Ergebnisseiten der alten Domain ausgespielt.

Auf einen Tweet antwortete Danny Sullivan von Google auf die Frage nach dem Warum mit einer recht einleuchtenden Erklärung:

Antwort von Danny Sullivan (Google) auf die Frage nach Indexierung über die Site Abfrageauf Twitter
Danny Sullivan von Google beantwortet Tweet eines Nutzers zur Indexierung über Site Abfrage

Müller erläuterte, dass die „Site:“ Abfrage explizite Domainangaben berücksichtige und auch dann noch Seiten anzeigt, die mittels Redirects eigentlich für eine andere URL bestimmt gewesen sind. Allerdings gäbe es keine Nachteile für das Ranking der Seite, denn die Weiterleitungen werden trotzdem berücksichtigt.

John Müller (Google) twittert über die Exklusivität der Indexierung in der Google Site Abfrage
John Müller (Google) ergänzt Informationen über die Indexierung in der Google Site Abfrage

Vor diesem Hintergrund kann man sich also ganz gezielt noch Seiten einer bestimmten Domain anzeigen lassen, die normalerweise in den SERPs dann nicht mehr ausgespielt werden. Das macht die „Site:“ Abfrage zu einem hilfreichen Werkzeug, um auch noch ältere Seiteninhalte in den SERPs zu checken oder zu vergleichen.

John Müller von Google fügt in seinem Tweet noch hinzu, dass neue Inhalte, die äquivalent zu den Alten sind, auch mit der alten URL angezeigt werden, auch wenn explizit die alte URL abgefragt wurde.


4. Google Search Console weist zukünftig neue Traffic-Messung aus

In der Google Search Console wurden Änderungen in der Traffic-Messing angekündigt. Ab Ende März soll der Traffic nur noch den von Google ausgewählten Canonical URL zugeordnet werden. Bisher wurden in der Search Console die tatsächlich in den Suchergebnissen ausgespielten URL angezeigt.

Die Änderungen bei der Anzeige des ausgewiesenen Traffics bekommen besonders die Webseiten zu spüren, die verschiedene Properties für eigene Versionen für die Darstellung auf Mobilgeräten oder für AMP Seiten zur Analyse angelegt haben.

Leistungsbericht der Search Console

Der Leistungsbericht enthält wichtige Kennzahlen zur Leistung Ihrer Website in den Ergebnissen der Google-Suche:

  • Die Impressionen, wie oft die Webseite angezeigt wird;
  • Die durchschnittliche Position in Suchergebnissen;
  • Die Klickrate; sowie alle mit Ihren Ergebnissen verbundenen Sonderfunktionen (z. B. umfangreiche Ergebnisse).
Traffic Informationen in der Google Search Console
Screenshot von den Trafficinformationen in der Google Search Console

Gezielte Traffic Informationen können vom SEO oder Webmaster ausgewertet werden, um die Suchleistung der Website zu verbessern.

Zum Beispiel kann besser beurteilt werden, wie sich der Suchverlauf über einen gewissen Zeitraum verändert, woher er kommt und welche Suchanfragen die Website am wahrscheinlichsten zeigt.

Darüber hinaus kann in Erfahrung gebracht werden, welche Abfragen auf Smartphones getätigt werden, um damit das mobile Targeting zu verbessern. Man erhält Hinweise zu Seiten, die die höchste oder niedrigste Klickrate aus den Google-Suchergebnissen aufweisen.

Sollte in den Suchergebnissen eine bestimmte URL Impressionen und Klicks erzielt haben, die aber von Google nicht als die kanonische URL betrachtet wurde, soll der Traffic zukünftig der Canonical URL oder der Canonical Property zugewiesen werden.

Verschiedene Möglichkeiten von Domainproperties in der Google Search Console
Screenshot zeigt Beispiel unterschiedlicher Domain Properties in der Google Search Console

Die Veränderung soll laut Google folgende Vorteile bringen:

  • Nur eine Canonical URL für alle Kennzahlen
  • Bündelung des Traffics von separaten Properties
  • Weniger Verwirrung bei mehreren angelegten Properties

Google hat bereits Ende Januar mit der Umstellung begonnen und trackt die Nutzerzahlen in veränderter Weise. Endgültig soll die neue Verfahrensweise aber bis Ende März 2019 umgestellt werden.

Google erklärt offiziell Änderungen in der Property Verwaltung in der Google Search Console
Screenshot von Google über den Ablauf der alten Property Verwaltung in der Search Console

Außerdem behält sich Google vor, dass auch nach der Umstellung noch geringer Traffic für Nicht kanonische URL oder Properties ausgewiesen werden könnte.


SEA Exkurs:

5. Google Ads Suchtextanzeigen jetzt auch auf YouTube für mobile Geräte möglich

Laut ersten Google Tests werden ähnliche Ergebnisse für Textanzeigen auf YouTube und Google Search angezeigt. Mit der Einführung von Funktionen, wie die Standorterweiterungen und Call to Actions (CTA), knüpft YouTube mit Werbeanzeigen an die Performance traditioneller Google Ads Suchanzeigen an. Um genau diesen nächsten Schritt zu gehen, gab YouTube Ende Januar bei der SMX West in San Jose bekannt, dass Google Ads Suchtextanzeigen nun auch auf YouTube Mobile erweitert werden können.

Was ändert sich? Google bindet YouTube in sein Suchpartnernetzwerk ein – Erstmal nur Mobile

Was bedeutet das? Wenn jetzt Suchtext-Kampagnen für Suchpartner aktiviert sind, werden Ihre Textanzeigen möglicherweise auf den YouTube-Suchergebnisseiten angezeigt, wenn Nutzer auf der Video-Plattform nach Keywords suchen, die für Ihre Kampagne relevant sind. Jedoch betrifft das ausschließlich Smartphones und Tablets, denn zum jetzigen Zeitpunkt werden die Ads-Textanzeigen nur im mobilen Such-Feed auf YouTube angezeigt.

Warum interessiert uns das? YouTube gab an, diese Option bereits seit einigen Monaten zu testen. Dabei habe sich herausgestellt, dass Textanzeigen in den mobilen Suchergebnissen von YouTube durchschnittlich vergleichbare Conversion Zahlen aufweisen, wie es bei der Google-Suche der Fall ist.

 „Dies zeigt uns, dass selbst im Videokontext Textanzeigen, die zur richtigen Zeit der richtigen Person angezeigt werden und die richtige Suchintention erfüllen, sehr effektiv bei der Umsetzung von Conversions sein können“.

Amy Vaduthalakuzhy (Produktmanager für Videoanzeigen von Google)

Derzeit werden Anzeigenerweiterungen aber noch nicht in den mobilen Suchergebnissen von YouTube angezeigt.

Es gilt also abzuwarten, ob sich in Zukunft YouTube neben seinen bisherigen Werbespots in den Videos auch entsprechend für Text Ads als geeignetes Medium stärker etablieren wird. An Popularität des Video Content Giganten fehlt es jedenfalls nicht und die Zahlen der Nutzer und Influencer auf YouTube wächst stetig weiter an.

Romain Hill hat E-Commerce an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Würzburg studiert. Seit 2017 ergänzt Romain als SEO Manager das Contify-Team. Dabei betreut er die Kunden bei SEO-Projekten und trägt mit seinen langjährigen Kenntnissen in der redaktionellen Arbeit und seiner Erfahrung aus der Webentwicklung zur Optimierung und Analyse von WEB-Content bei.
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