contify SEO Rückblick - August 2019

Kein „noindex“ in der Robots.txt mehr?
Bild zeigt Roboter Gesicht und noindex durchgestrichen

1. Noindex Robots.txt-Direktive ab dem 1. September eingestellt

Die robots.txt noindex-Anweisung, die viele schon so lange kennen und lieben, wird ab dem 1. September 2019 von Google nicht mehr unterstützt.

Google möchte uns daran erinnern, dass Webseiten, die auf die Verwendung der noindex Anweisung in einer robots.txt angewiesen sind, ab September 2019 Probleme bekommen werden. Denn Google stellte am 1. September 2019 die Unterstützung der Direktive ein. Dies wurde bereits Anfang Juli angekündigt und es wurden sogar Meldungen in der Google Search Console gesendet.

So lautete der Erinnerungstweet von Google:

Tweet über das Ende von noindex in der robot.txt
Screenshot von Twitter über das Ende von noindex in der robots.txt

Was ist eine robots.txt-Datei?

Eine robots.txt-Datei teilt Suchmaschinen-Crawlern mit, welche Seiten oder Dateien der Crawler von der Site anfordern kann oder nicht. Diese Methode wird hauptsächlich verwendet, um eine Überlastung von Webseiten mit Anfragen zu vermeiden. Es ist kein Mechanismus, um eine Webseite aus der Google Indexierung auszuschließen. Um eine Webseite nicht von Google aufnehmen zu lassen, sollten nur die noindex-Direktiven verwendet oder die Seite durch ein Passwort gesperrt werden.

Beispiel:

>>User-agent: *

>>Disallow: /cgi-bin/

>>Disallow: /tmp/

>>Disallow: /private/

Es gibt zwei wichtige Überlegungen bei der Verwendung der robots.txt:

  • Roboter können die robots.txt Datei ignorieren. Insbesondere Malware-Robots, die das Web nach Sicherheitslücken durchsuchen, und E-Mail-Adressen-Sammler, die von Spammern verwendet werden, werden die Anweisungen in der robots.txt bewusst nicht berücksichtigen.
  • Die Datei robots.txt ist eine öffentlich zugängliche Datei. Jeder kann sehen, welche Bereiche des Servers von Robotern nicht verwendet werden sollen.

In der robots.txt Datei kann also bestimmt werden, welche Webseiten-URL von den Suchrobotern gecrawlt werden sollen.

Was ist jetzt zu tun? Die Lösung ist relativ einfach:

Schritt 1:
Wenn die Maßnahme sauber durchgeführt werden soll, entfernt man alle noindex-Zeile(n) aus der robots.txt-Datei.

Schritt 2:
Hinzufügen des No-Index Attributes in den Head-Tags der Seiten, die nicht indiziert werden sollen. Hierzu einfach die Zeile <META NAME = ”robots” CONTENT = ”noindex”> zwischen den Tags <head> und </ head> einer Seite einfügen, die von der Indexierung ausgeschlossen werden soll.

Über die Angabe von "follow" oder "nofollow" im Meta-Tag Robots kann der Suchmaschine mitgeteilt werden, ob die Links auf einer Seite gecrawlt werden sollen oder nicht. Auch einzelne Links können mit dem Attribut "nofollow" gekennzeichnet werden:

<a href="http://www.beispiel-seite.de/" rel="nofollow">Beispiel-Linktext</a>

Für den Einsatz von "nofollow" in Zusammenhang mit SEO ist entscheidend, zu wissen, dass ein nofollow-Link nicht in die Berechnung der Suchergebnisse einfließt. Die über einen nofollow-Link verlinkte Seite erhält von der linkgebenden Seite keinen Linkjuice. Google fordert deshalb, u.a. bezahlte Links mit "nofollow" zu kennzeichnen, um die Verfälschung der Suchergebnisse durch Werbelinks, die ausschließlich aufgrund einer Gegenleistung gesetzt wurden, zu verhindern.

Sicherlich sind etwaige Änderungen mit Arbeit verbunden – vor allem, wenn es sich um hunderte oder tausende von betroffenen Seiten handelt.

2. Beeinflusst der Traffic einer Webseite das Google-Ranking?

Die direkte Antwort auf die Frage lautet eigentlich „nein“. Aber so einfach ist die Frage nicht zu beantworten, denn der Traffic wirkt sich indirekt auch auf das Ranking aus.

Jedes bekannte Unternehmen möchte den Umsatz steigern und mehr Geld verdienen. In der heutigen technisch orientierten Online-Umgebung ist ein stetiger Datenverkehr auf der Webseite besonders wichtig.

Viel Traffic als Rankingfaktor bei Google?
Bild zeigt Autobahn mit lebhaftem Verkehr

Da Google auch zukünftig als einer der größten Traffic Generatoren fungiert, behält ein hohes Ranking von Webseiten in den Suchergebnissen weiterhin seine hohe Bedeutung.

Google möchte natürlich immer die relevantesten Seiten für die Beantwortung einer bestimmten Suchanfrage als Suchergebnis ausspielen. Der direkte Traffic korreliert in der Regel mit der Anzahl der Links und der allgemeinen Online-Präsenz einer Webseite, die im Laufe der Zeit aufgebaut wurde, und damit auch mit der jeweiligen Domain-Autorität.

Ja, auch der Traffic durch Weiterleitungslinks wird durch die Klickraten widergespiegelt. Ein Teil der Nutzer wird jedoch auch den Domain-Namen direkt eingeben, anstatt auf einen verweisenden Link zu klicken. Dies kann durchaus verschiedene Gründe haben:

  • Ein Nutzer hatte sich eine handschriftliche Notiz von einer Webseite gemacht, um sie später direkt einzugeben und anzusehen.
  • Ein Nutzer kopiert den Link und fügt ihn in einem neuen Browser, ein neues Browserfenster oder eine neue Registerkarte ein.

Außerdem stoßen viele auch auf die betreffende Domain, wenn sie von anderen Quellen aus genannt wird (z. B. in einem Blogbeitrag oder einem Social-Media-Beitrag) und geben dann die Webadresse ebenfalls direkt im Browser ein.

Der direkte Datenverkehr wird auch von Nutzern erzeugt, die sich an eine Domain erinnern und aus sonstigen Gründen immer wieder zu ihr zurückkehren. Dies spiegelt an sich eine gewisse Autorität wider, die sich online auswirkt und von dort aus das Ranking beeinflusst, z. B. durch Links.

Je mehr direkten Verkehr man auf seine Webseite anzieht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Traffic das Ranking in bestimmter Weise beeinflusst, indem er die Autorität der Webseite stärkt.

Zum Beispiel:

  • Personen, die von ihrer eigenen Webseite oder aus anderen Inhalten auf die Webseite verlinken.
  • Leute, die andere über Social-Media-Kanäle auf ihre Webseite verweisen.
  • Personen, die eine Webseite direkt besuchen und sich über soziale Medienkanäle und / oder E-Mail-Liste mit dem Betreiber verbinden (sofern dies nicht bereits geschehen ist). Jede neue Person, mit der man sich verbindet, ist eine potenzielle Gelegenheit für einen neuen eingehenden Link – und zwar sofort (in seltenen Fällen) oder in der Regel einige Monate oder Jahre später.

Wenn Nutzer eine Webseite durch einfaches Eingeben des Domainnamens besuchen, bedeutet dies, dass ihm die Marke oder Firma bereits bekannt ist oder er schonmal davon gehört hat. Dies weist auch darauf hin, dass zumindest der Domainname auch eine gewisse Bekanntheit besitzt.

Der direkte Zugriff auf eine Webseite wirkt sich zwar scheinbar nicht direkt auf das Google-Ranking aus, bestimmt es jedoch indirekt mit!

Google verwendet letztendlich alle Informationen zu einer Webseite, um das Ranking zu bestimmen. Wenn Google Analytics ermittelt, dass die Seite einen hohen Prozentsatz der Zugriffe direkt erhalten hat, wird diese Metrik sicherlich auch verwendet, um das Ranking der Webseite in die jeweilige Richtung anzupassen.

Für ein stabiles Ranking gibt es viele Ursachen
Grafik zeigt unterschiedliche Ranking-Faktoren

Wenn eine Webseite einen signifikanten Rückgang der organischen Suchrankings verzeichnet, geht dies auch mit einem Verlust von Traffic, Conversion und Umsatz einher.

Es gibt viele Ursachen für plötzliche Einbrüche des Webseiten-Verkehrs:

  • Es wurden die falschen Rankings getrackt und ausgewertet.
  • Es sind wichtige Backlinks verloren gegangen.
  • Überprüfung der Webseite mit einem Tool wie Majestic oder Ahrefs auf verlorene Links in den letzten 90 Tagen.
  • Ungültige Redirects – wenn eine 301-Umleitung verwendet wird, müssen auch XML-Sitemaps, kanonische Tags und Links aktualisiert werden.
  • Wenn die Webseite weiterhin auf anderen Suchmaschinen wie Yahoo oder Bing gut rankt, ist dies ein fast sicheres Zeichen dafür, dass die Seite von einer Google-Strafe (Penalty) betroffen ist.

Ein ambitionierter SEO sollte daher in der Lage sein, die möglichen Gründe zu diagnostizieren und zu identifizieren. Eine gründliche Analyse kann darüber entscheiden, ob die Ursachen für einen Trafficrückgang auf der Webseite erkannt werden und durch gezielte Maßnahmen wieder korrigiert werden können.

3. Gesponserte Inhalte benötigen Nofollow für externe Links, aber keinen Noindex

Wir wissen, dass es für Google in Ordnung ist, gesponserten Inhalt auf unserer Webseite zu haben. Laut Google sind die Richtlinien für Nachrichtenverleger sogar akzeptabel, sofern sie nicht über ihren primären Inhalt hinausgehen und nicht als redaktioneller Inhalt irregeführt werden. Gemäß den Richtlinien für Webmaster muss Google keine Links zu gesponserten Inhalten folgen.

So bestätigte der Google Webmaster-Kanal auf Twitter, dass sie externe Links zu gesponserten Inhalten nicht folgen müssen, aber diese Inhalte trotzdem indiziert werden können. Googles Aussage dazu lautete: "Wenn es Ihnen nichts ausmacht, dass dieser Inhalt als Teil Ihrer Webseite angesehen wird, ist es angemessen, nur rel = nofollow zu verwenden. Wenn Sie nicht möchten, dass er als Teil Ihrer Webseite bei der Suche angesehen wird, wäre die Verwendung von „noindex“ besser als nofollow in der „robots.txt".

Hier ist der Tweet:

Twitter Diskussion zu nofollow bei Werbelinks
Screenshot einer Twitter Diskussion zu nofollow bei Werbelinks

In den Richtlinien für Links mit der Aufschrift "Advertorials oder native Advertising“, bei denen eine Bezahlung für den Aufruf von Werbelinks erfolgt, werden diese Nofollow-Attribute benötigt, wenn auf externe Links verwiesen wird.

Googles Publisher-Richtlinien

In den Publisher-Richtlinien von Google News heißt es: "Werbung und anderes kostenpflichtiges Werbematerial auf Ihren Seiten sollte Ihren Inhalt nicht überschreiten. Wir erlauben keinen Inhalt, der gesponserten Inhalt als unabhängigen redaktionellen Inhalt verbirgt oder falsch darstellt. Sponsoring, einschließlich, aber nicht beschränkt auf , Eigentums- oder Beteiligungsinteressen, Zahlungen oder materielle Unterstützung sollten den Lesern klar mitgeteilt werden. Das Thema des gesponserten Inhalts sollte sich nicht ohne klare Offenlegung auf den Sponsor konzentrieren".

Gesponserte Inhalte und native Werbung sind Formen von Bezahlmedienstrategien, die der Form und Funktion der umgebenden redaktionellen Inhalte auf einer Webseite entsprechen. Sie sehen auf der Webseite eingebettet eher "nativ" aus.

Der Hauptunterschied besteht jedoch darin, dass native Werbung eher einer herkömmlichen Anzeige gleicht und gesponserte Inhalte eher einer Medienplatzierung.

Native Anzeigen enthalten eine Überschrift und eine Beschreibung, um Benutzer zum Klicken auf den Link zu ermutigen. Dies führt zu einem Artikel auf der Marken-Webseite oder zu anderen gesponserten Inhalten.

Gesponserte Inhalte sind ein Teil des Markenjournalismus, der auf der Webseite eines Herausgebers zu finden ist. Sie werden normalerweise vom Verlagspersonal geschrieben, damit der Artikel dem Ton und der Stimme des übrigen Inhalts entspricht. Jeder Inhaltstyp erfüllt einen bestimmten Zweck und ist effektiv auf die Ziele einer Marketingkampagne abgestimmt.

Native Werbung

Eine native Anzeige lebt von einer Webseite und von den Links zu gesponserten Inhalten. Sobald man auf die Anzeige klickt, gelangt der User zu einem Artikel, der eine Marke oder Dienstleistung bewirbt. In der Regel werden dann Markenlogos, Markennamen, Slogans und ein CTA Button angezeigt. Die effektivsten Arten nativer Anzeigen sind solche, die dem Leser einen echten, umsetzbaren Mehrwert bieten.

Native Ads werden verwendet, um Glaubwürdigkeit und Vertrauen bei den Verbrauchern aufzubauen und die langfristigen Ziele der Marken zu erreichen.

Laut Business Insider werden native Anzeigen (in der Regel auf Pay-per-Click-Basis verkauft) bis 2021 74% des gesamten Anzeigenumsatzes ausmachen.

Marketing durch Links zu gesponserten Inhalten
Bild zeigt Tablet mit Grafik zu Online Marketing Strategien

Gesponserte Inhalte

Gesponserte Inhalte gelten als native Werbeform. Der Content passt inhaltlich auch zu Form und Funktion der gehosteten Webseite.

Der Unterschied besteht darin, dass es sich nicht um eine Anzeige handelt. Vielmehr ist es ein längeres Stück markengesponserten Inhalts wie ein Artikel oder ein Video, das auf der Webseite eines Medienherausgebers verfügbar ist.

Gesponserte Inhalte erzählen eine vollständige Geschichte und sind so geschrieben und verfasst, dass sie so einnehmend wie möglich ist. Sie ermutigt den Leser, sich lange mit den Inhalten zu beschäftigen.

Wie native Anzeigen bieten die erfolgreichsten gesponserten Inhalte den Lesern einen nützlichen Mehrwert, entweder durch Informationen oder durch Unterhaltung.

In der Regel sind gesponserte Inhalte weniger restriktiv als native Werbung und Verlage lassen Marken Raum für Kreativität und Engagement – sofern der Beitrag als „gesponsert“ oder „beworben“ gekennzeichnet ist. Dies bedeutet auch, dass Marken ein Produkt oder eine Dienstleistung erwähnen dürfen und eine Handlungsempfehlung aussprechen können.

Bezüglich dieses Themas gibt es bei Webseitenbetreibern noch Unsicherheiten, insbesondere wenn man sich die Informationen auf der Google News-Publisher Seite durchgelesen hat. Das richtige Setzen von nofollow-Attributen bei ausgehenden Werbe- oder Affiliate Links sollte trotz der Verwirrung dann aber auch ausreichen.

Google stellt neue Link-Attribute vor

Nach über zehn Jahren, in denen die Verwendung des Nofollow-Attributs eingesetzt wurde,  werden von Google aktuell zwei neue Link-Attribute Sponsored und UGC vorgestellt, die Webmastern zusätzliche Möglichkeiten bieten, die Art bestimmter Links für die Google-Suche zu identifizieren:

  • rel = "gesponsert": Attribut, um Links auf Webseiten zu identifizieren, die im Rahmen von Werbung, Sponsoring oder anderen Vergütungsvereinbarungen erstellt wurden.
  • rel = "ugc": UGC steht für User Generated Content. Attributwert ugc wird für Links in benutzerdefinierten Inhalten empfohlen, z. B. Kommentare und Forenbeiträge.
  • Kombinationen wie „rel = nofollow ugc“ oder „rel = ugc sponsored“ sind möglich.

Alle Linkattribute – „gesponsert, UGC und nofollow“ - werden als Hinweise darauf verwendet, welche Links bei Bot Crawls berücksichtigt oder ausgeschlossen werden sollen. Durch die Umstellung auf die neuen Attribute gehen wichtige Informationen nicht mehr verloren.

Durch die Verwendung der neuen Attribute können Links für die Analyse des Webs besser verarbeitet werden. Dies kann die eigenen Inhalte einschließen, wenn andere Webseiten auf die eigenen Seiten verlinken und die neuen rel-Hinweise verwendet haben.

Die neuesten Änderungen von Google sind (fast vollständig) rückwärtskompatibel. Es gibt für Webseitenbetreiber zunächst keinen Grund, Änderungen an der Linkauszeichnung bestehender Seiten vorzunehmen.

Google verwendet diese Signale aber weiterhin auch für das Ranking. Daher gibt es die zwei neuen Link-Attribute, um Links besser zu differenzieren. Auch sieht Google diese Attribute nur noch als Hinweis, nicht als Anweisung.

Will man auf Nummer sicher gehen, dass das bestehende Ranking nicht durch den Verstoß gegen die Guidelines ins Wanken gerät, sollte überprüft werden, ob die Affiliate-Links für den Nutzer auch wertvolle oder wichtige Informationen enthalten und ob sich der Content rund um den Link herum thematisch damit vereinbaren lässt. Inhaltlich kann man die eigene Webseite von dem verlinkten Content abgrenzen, indem der von Google empfohlene Einsatz von „noindex“ verwendet wird.

4. Erneutes Update der Google Quality Raters Guidelines (QRG)

Google veröffentlichte neue „Quality Raters Guidelines“ mit Änderungen im Bereich „Your Money or Your Life“ sowie einige neue Schwerpunkte. Im Folgenden werden einige Änderungen und deren Einfluss auf SEO-Trends beschrieben.

General Guidelines Overview
Screenshot der General Guidelines Overview

Die Qualitätsrichtlinien sind keine direkten Algorithmus-Hinweise

Viele Leute untersuchen die Richtlinien nach Hinweisen, wie der Google -Algorithmus funktionieren könnte. Die Richtlinien dienen zur Qualitätsbewertung bestimmter Signale und der Fokussierung auf Seiteneigenschaften, um die Qualität dieser Seiten zu beurteilen. Es handelt sich dabei jedoch nicht um unmittelbare Rankingfaktoren.

Google möchte lediglich wissen, ob die durch den Algorithmus rankenden Webseiten gewisse Qualitätsstandard erfüllen. Die Anweisungen in den Guidelines sollen den Bewertern dabei helfen, den Fokus richtig auszurichten.

Die Richtlinien deuten nicht auf Rankingsignale hin

Die Richtlinien wurden verfasst, um den Qualitätsbeurteilern von Drittanbietern das Bewerten von Webseiten zu erleichtern. Es gibt keine konkreten Hinweise darauf, welche Ranking Signale im Google Algorithmus enthalten sind.

Es werden jedoch einige Hinweise darauf gegeben, auf welche Arten von Qualitätsproblemen sich der Algorithmus möglicherweise konzentriert.

Können die Quality Guidelines Google Update Trends prognostizieren?

Die bestehenden Qualitätsrichtlinien geben bereits eine Richtung vor, nach denen sich auch ein mögliches Google-Update vorhersagen lassen könnte. Beispielsweise stimmten die Anweisungen zur Bewertung von medizinischen und finanziellen Webseiten mit den Algorithmen überein, durch welche die Relevanz solcher Webseiten verbessert werden sollte.

Obwohl es also in den QRG keine direkten Hinweise zu Rankingsignalen gibt, ist es doch möglich, einige Algorithmus-Trends aus den Richtlinien abzuleiten.

Die letzten Kernalgorithmus-Updates von Google haben News-Webseiten stark beeinflusst. Die Tatsache, dass z.B. der News-Bereich zu den Quality Raters Guidelines hinzugefügt wurde, könnte ein Beweis dafür sein, dass die Richtlinien durchaus einen Hinweis auf die Ausrichtung zukünftiger Algorithmus-Updates geben können.

Was hat sich in den Qualitätsrichtlinien von Google geändert?

Eine wesentliche Änderung der Qualitätsbewertungsrichtlinien ist in Abschnitt 2.3 enthalten.

Dieser Abschnitt behandelt „Dein Geld oder Dein Leben“ Themen(YMYL). Die Änderung betrifft Nachrichten und regierungsbezogene Themen.

Zuvor war der Nachrichtenbereich mit öffentlichen / offiziellen Informationsseiten zusammengefasst. Das Thema Nachrichten ist jetzt ein eigener Bereich. Er enthält Anleitungen zum Beurteilen und Bewerten von Nachrichtenseiten.

Google wurde von Politikern und Experten unter Beschuss genommen, die behaupteten, Google sei voreingenommen. Es ist also kein Zufall, dass der Abschnitt Nachrichten und Regierung / Staatsbürgerkunde in den neuen Richtlinien für Qualitätsbewerter einen besonderen Stellenwert erhalten hat.

Ausschnitt aus dem Google Quality Guidelines – Abschnitt 2.3
Screenshot zeigt Textausschnitt aus den Google Quality Guidelines – Abschnitt 2.3

Themen statt Seiten

Es mag unbedeutend erscheinen, aber Google hat das Wort "Seiten" an vielen Stellen entfernt. Das Wort "Thema" wurde im Austausch dafür an vielen Stellen hinzugefügt.

Diese Umstellung beginnt in der Einführung des YMYL-Abschnitts (2.3) und zieht sich durch den gesamten folgenden Abschnitt.

Alte Version:

„Einige Arten von Seiten können sich möglicherweise auf das zukünftige Glück, die Gesundheit, die finanzielle Stabilität oder die Sicherheit der Benutzer auswirken. Wir nennen solche Seiten "Ihr Geld oder Ihr Leben" oder YMYL. Es folgen Beispiele für YMYL-Seiten: ”

Neue Version mit Ergänzungen:

 „Einige Arten von Seiten oder Themen können sich möglicherweise auf das zukünftige Glück, die Gesundheit, die finanzielle Stabilität oder die Sicherheit einer Person auswirken . Wir nennen solche Seiten "Ihr Geld oder Ihr Leben" oder YMYL. Es folgen Beispiele für YMYL- Themen : ” 

Diese Änderung mag geringfügig erscheinen, hat jedoch den Effekt, die Aktualität einer Seite als etwas hervorzuheben, auf das man sich konzentrieren sollte.

"Einige Arten von Seiten oder Themen ..."

Eine solche Formulierung ermutigt die Bewerter, sowohl über Themen als auch über das Thema der Seite nachzudenken.

SEO hat sich in den letzten Jahren darauf konzentriert, relevanten Content in Bezug auf bestimmte Themen zu verfassen. Diese Auffassung war die Reaktion auf vergangene Suchalgorithmus Updates, nach denen sich der Fokus mehr auf das inhaltliche Thema einer Seite zu konzentrieren schien als nur auf das reine Keyword-Matching.

YMYL wird umgeschrieben

Fast der gesamte Abschnitt 2.3, der sich mit YMYL-Problemen befasst, wurde umgeschrieben. Zuvor befanden sich Einkaufs-, Finanz- und medizinische Themen unter den ersten drei in diesem Bereich.

Die Top-Themen sind:

  • Nachrichten und aktuelle Ereignisse
  • Staatsbürgerkunde, Regierung und Recht

Gefolgt von:

  • Finanzen
  • Einkaufen
  • Gesundheit und Sicherheit
  • Personengruppen (neu)
  • Sonstiges: Es gibt viele andere Themen im Zusammenhang mit wichtigen Entscheidungen oder Aspekten des Lebens von Menschen, die als YMYL gelten können, z. B. Fitness und Ernährung, Wohnungsinformationen, Studienwahl, Arbeitssuche usw.

Bemerkenswert ist, dass nicht nur der medizinische Bereich vom dritten auf den fünften Platz herabgestuft wurde, sondern auch von „medizinischen Informationsseiten“ zu „Gesundheit und Sicherheit“ umbenannt wurde.

Fitness, Ernährung, Hochschulsuche und Jobsuche

Bemerkenswert ist auch, dass das Thema „Sonstiges“ erweitert wurde. Es enthält jetzt zusätzliche große Geld-Affiliate-Themen:

  • Fitness und Ernährung
  • College-Suche
  • Jobsuche

Dies könnte durchaus ein kleiner Hinweis darauf sein, dass einige dieser Themen in einem der zukünftigen Kernalgorithmus Updates verstärkt überprüft oder thematisiert werden.

Es ist anzunehmen, dass die Google Qualitätsbewerter sich nicht genug auf diese Themen konzentriert haben. Die Tatsache, dass Google sie erwähnt, weist auf die Wahrscheinlichkeit hin, dass Google auf YMYL-Themen zukünftig einen besonderen Schwerpunkt legen könnte.

Ausschnitt aus dem Google Quality Guidelines – Abschnitt 2.5.2
Screenshot zeigt Textausschnitt aus den Google Quality Guidelines – Abschnitt 2.5.2

Abschnitt 2.5.2 Autoreninformationen

In diesem Abschnitt erfährt man, wer für eine Webseite verantwortlich ist und wer den Seiteninhalt erstellt hat. Dieser Abschnitt bleibt aber bis auf eine kleine Ergänzung unverändert.

Ursprünglicher Abschnitt:

„Webseiten sind sich in der Regel sehr klar darüber, wer den Inhalt auf der Seite erstellt hat. Dafür gibt es viele Gründe:“

Neuer Abschnitt, der hinzugefügt wurde:

„Webseiten möchten, dass Benutzer in der Lage sind, zwischen von ihnen selbst erstellten Inhalten und von anderen Benutzern hinzugefügten Inhalten zu unterscheiden.“

Diese Änderung der Autorenrichtlinien bezieht sich auf Nachrichtenmagazine, aber auch auf Webseiten, auf denen Gastartikel oder vom Benutzer generierte Fragen und Antworten akzeptiert werden.

Fazit:

Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich das nächste größere Google Core Update auswirken wird und welche Themen dabei in den Fokus geraten. Spiegeln sich dann auch bestimmte Bereiche aus den Quality Rater Guidelines im Google Update wider, wäre das schon ein Beweis für eine gewisse Korrelation. Es werden auch zukünftig Spekulationen und Strategievorschläge gemacht werden. Allzu leicht verliert man sich dabei in der Komplexität der Bestimmungen, Richtlinien und Expertenmeinungen. Letztlich bleibt der Durst nach einer optimalen Möglichkeit zum Vorhersagen der Inhalte eines bevorstehenden Google Algorithmus aber ungestillt.

Für Webseitenbetreiber gibt es bei den Änderungen wenig zu gewinnen: sollte sowieso eine Überarbeitung der Link-Attribute anstehen, können die neuen Werte von Google genutzt werden – Ranking-Vorteile sollte man sich davon aber nicht versprechen.

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