10 Korrekturlesetipps, die Dich jeden Fehler finden lassen

Ein Kreuzworträtsel, das mit einem Tippex ausgebessert wurde. 10 Korrekturlesetipps, die Dich jeden Fehler finden lassen
10 Korrekturlesetipps, die Dich jeden Fehler finden lassen

Auch nach fünfmal lesen weißt Du: Dein Text hat noch Fehler. Du kannst zwar gerade keinen mehr ausmachen, aber wie immer bist Du Dir sicher, dass sich noch irgendwo ein kleiner Buchstabendreher, ein unnötiges Komma oder ein Vertipper versteckt. Das Problem: Du weißt nicht, wie Du Deinen Artikel noch einmal überprüfen kannst, um die versteckten Fehler zu finden. Denn: Du steckst mit Deinem Kopf so tief in Deinen Zeilen, dass Du mittlerweile betriebsblind bist. Wir zeigen Dir daher 10 Korrekturlesetipps, die Dich Deinen Text von vorne bis hinten fehlerfrei machen lassen.

1. Überprüfe Deine Überschrift

Der Teufel liegt im Detail. Eine Redewendung, die insbesondere beim Korrekturlesen kaum mehr der Wahrheit entsprechen könnte. Viele Texter machen bereits in ihrer Überschrift einen klitzekleinen Fehler. Gerade dort, wo Leser als Erstes draufschauen und sich einen Eindruck verschaffen, ob der Artikel für sie interessant sein könnte. Ein kleiner Fehler kann dann zum Stolperstein für die Conversion Rate werden. Denn: Fehler im Header zeugen nicht gerade von Kompetenz und Professionalität.

Dabei passieren Dir in der Überschrift in der Regel nur minimale Ungereimtheiten, die oftmals das Ergebnis von Eile sind. So vergisst Du ein kurzes Wort oder einen einzelnen Buchstaben, der der Überschrift den richtigen Sinn geben würde. Achte daher beim Korrekturlesen nicht nur auf Deinen Fließtext, sondern auch penibel auf Deine Wortwahl in der Überschrift.

2. Überprüfe jedes erste Wort jedes Absatzes

Wortwiederholungen sind ein echter Qualitätskiller. Sie lassen Deinen Text schnell wie den eines Erstklässlers wirken, der keine Synonyme kennt. Während Du im selben, davorstehenden oder folgenden Satz Wortdoppelungen noch relativ einfach ausmachen kannst, sind diese innerhalb eines ganzen Absatzes oftmals nur schwer zu entdecken.

Die Lösung: Überprüfe zumindest jedes erstes Wort jedes Absatzes. Auf diese Weise stellst Du sicher, dass Du die Wortwiederholungen vermeidest, die auch Lesern auffallen könnten. Und: Abwechslungsreiche Absatzanfänge verleihen jedem Absatz und damit auch Deinem Text eine Dynamik, die Leser weiterlesen lässt.

Ein einziger Buchstabe kann einen ganzen Satz unbrauchbar machen.
Der Satz „I hope the guy who invented Autocorrect burns in Hello!” auf eine Wand geschrieben.

3. Stoppe nach jedem Satzzeichen

Das vierte oder fünfte Mal Korrekturlesen gleicht oftmals nur noch einem Überfliegen des Textes. Du kennst schließlich jedes Wort, jeden Satz und jeden Abschnitt in- und auswendig. Details, in denen ein Fehler stecken könnte, sind so für Dich kaum mehr auszumachen. Um das zu vermeiden, halte nach jedem Satzzeichen kurz inne und lass den Inhalt auf Dich wirken. Das heißt: Stoppe nach jedem Komma, nach jedem Semikolon und nach jedem Punkt und jedem Fragezeichen. Neben dem Inhalt des Satzes kannst Du dann auch noch einmal überprüfen, ob Du das passende Satzzeichen verwendest hast.

4. Google jedes Fremdwort

Für jede Korrekturschleife solltest Du ein Google-Fenster geöffnet haben. Jedes Wort, über dessen Schreibweise oder Bedeutung Du Dir nicht zu 100 Prozent sicher bist, überprüfst Du dann über die Suchmaschine.

Neben Fremdwörtern solltest Du auch Personen, Unternehmensnamen und Produktbezeichnungen überprüfen, damit Dir dabei kein Flüchtigkeitsfehler unterläuft. Oftmals sind auch hier Feinheiten entscheidend: So kannst Du beispielsweise „Bang & Olufson“ schreiben, anstatt des richtigen „Bang & Olufsen“. Ein vielleicht unwichtiger Fehler aus Deiner Sicht, der auf Leser jedoch schnell unprofessionell und wenig gründlich wirken kann.

Sorgfalt und Genauigkeit sind ein wichtiger Qualitätsfaktor in Texten, den Du nicht unterschätzen solltest.

5. Verifiziere Daten, Fakten und Zahlen

Diese Genauigkeit gilt auch für die Verwendung von Daten, Fakten und Zahlen. Du hast schnell einen kleinen Dreher in einem Datum oder einer Zahl, die Deinen Content schlichtweg falsch macht. Das kann eine Statistik, eine Jahreszahl, eine Uhrzeit oder ein Zahlenfakt sein, die Deine Argumentation eigentlich unterstreichen sollen. Greifst Du hier aus Versehen daneben, ist der Abschnitt oder gar Dein ganzer Text weniger verständlich.

6. Achte auf doppelte Informationen

Dein Text soll Leser überzeugen. Dabei passiert es immer mal wieder, dass Du wichtige Informationen doppelst. Das kann aus voller Absicht oder aus Versehen sein. Einige Schreibtechniken wie beispielsweise der „Clincher Sentence“ verlangen sogar von Dir, dass Du eine bereits verwendete Information noch einmal aufbereitest, um am Ende eines Absatzes oder eines Textes einleuchtender zu wirken. In der Regel sind inhaltliche Doppelungen jedoch eher ein Versehen, das Du vermeiden kannst.

Lies Deinen Text daher nochmal nur im Hinblick darauf, ob Du Dich an irgendeiner Stelle wiederholst. Je weniger inhaltliche Doppelungen Du in Deinem Text hast, desto schärfer und klarer wirkt dieser auf Leser – und damit umso überzeugender.

Lies Deinen Text rückwärts und entdecke Fehler, die Du sonst übersehen hättest.
Ein Kugelschreiber liegt auf einem Blatt Papier, das einen rückwärts geschriebenen Absatz zeigt.

7. Lies Deinen Text rückwärts

Das klingt auf den ersten Blick wie eine anstrengende Variante des Korrekturlesens, die Dich viel Zeit kostet. Das mag zwar wahr sein, diese Praktik ist jedoch gleichzeitig besonders effektiv. Denn: Du hebst jeden Satz aus seinem Kontext heraus und kannst Dich so wieder besser auf die jeweiligen Inhalte und Details konzentrieren. Du kannst so Deine Betriebsblindheit ablegen und Deinen Text fast so lesen, als ob Du ihn noch nie zuvor gesehen hast.

Du wirst sehen: Du findest auf diese Weise

  • Wortwiederholungen,
  • Tippfehler,
  • semantische Unklarheiten und
  • unnötig kompliziert Passagen,

die Du anpassen, ausbessern und optimieren kannst.

8. Überprüfe Deine Hyperlinks

Hyperlinks sind im Text anders eingefärbt, weshalb Du sie dank der „Bannerblindheit“ schnell übersehen kannst. Gehe Deinen Text daher noch einmal durch und frage Dich:

  • Sind die Ankertexte schlau und nachvollziehbar gesetzt?
  • Leitest Du auf die richtige Seite weiter?
  • Hat der Link einen brauchbaren Mehrwert für die Leser?

Kannst Du diese Fragen mit einem „Ja“ beantworten, hast Du sichergestellt, dass Deine Hyperlinks den hohen Wert mitbringen, den Dein Text insgesamt aufweist.

9. Lass Deinen Text 24 Stunden liegen

Wenn Du alle Korrekturlesetechniken angewandt hast, heißt es Abstand nehmen. Lass Deinen Text 24 Stunden liegen und lies ihn am folgenden Tag noch einmal mit frischem Verstand. Das hilft Dir, Dich noch einmal auf alle Details zu konzentrieren und so den einen oder andere Fehler zu finden.

Diese Option kommt natürlich nur infrage, wenn Du keinen zeitlichen Druck hast und nicht unbedingt auf „Publish“ drücken musst. In der Regel lohnt es sich jedoch, Deinen Text einen Tag eher anzufangen, um am Ende genau diesen Puffer zu haben. Du wirst schnell merken, wie viele neue kleine Ungereimtheiten Du aufdecken kannst, wenn Du 24 Stunden lang keinen Blick auf Deine Zeilen geworfen hast.

10. Lass jemand anders Deinen Text lesen

Vier Augen sehen mehr als zwei: Hast Du einen zuverlässigen Korrekturleser an der Hand, nutze diese Ressource. Dabei muss es sich nicht um einen professionellen Editor handeln. Es kann auch ein Freund oder Kollege sein, der ein Gefühl für Sprache hat. Dieser wird oftmals Wörter und Sätze anders verstehen als Du, so dass Du hier wertvollen Input gewinnen kannst.

Aus diesem Grund haben professionelle Agenturen wie contify.de ein eigenes Korrektorat, das den Text nach dem Qualitätsmanagement auf Herz und Nieren überprüft. Das Sechs-Augen-Prinzip, das aus Texter, Projektmanager und Korrektor besteht, ermöglicht es, den Content aus jedem Winkel zu überprüfen, bevor er an den Kunden geht. Der elfte Tipp ist daher: Lass Deinen Text direkt vom Profi schreiben.

Matthias P. Frank verfügt dank seines Studiums der englischen und deutschen Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften über extensive Erfahrung mit Text und Translation gleichermaßen. Seit 2015 unterstützt er das Contify-Team als Junior Key Account Manager in beiden Sprachen. Neben dem Projektmanagement textet er auch regelmäßig selbst und verleiht sogar reinen SEO-Texten noch einen gewissen literarischen Touch.
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